Luftwaffenhubschrauber verlassen Sarajevo
Butmir/Sarajevo, 01.02.2010.
Die „Hueys“ haben Sarajevo verlassen – Einstellung des Einsatzes Unterstützungselement Tactical AirMedevac (Taktische Luftrettung) bei EUFOR, Operation Althea.
Mit einem feierlichen Abschlussappell, wurde das Unterstützungselement Tactical AirMedevac EUFOR OP Althea verabschiedet. Nach einem Vorbeiflug der "Husky-Formation" hielten der Chef des Stabes (COS) EUFOR Brigadegeneral Gerhard Kemmler und der kommandierende General (COM) EUFOR Generalmajor Bernhard Bair kurze Ansprachen. Kurz vor Weihnachten verlegte die fünf Soldaten starke Besatzung mit ihren zwei Bell UH-1D „Huey“ zurück zum Lufttransportgeschwader 61 (LTG 61) ins heimatliche Penzing. Deutschland hat seit Januar 2009 die Fähigkeit Taktische Luftrettung (Tactcal AirMedivac) für die EU-Operation Althea bereitgestellt und im Dezember 2009 an Österreich übergeben.

Eine beeindruckende Formation
Mit einem Vorbeiflug in Formation in 100 Fuß Höhe begann die feierliche Verabschiedungszeremonie. Die Formation mit dem Rufnamen „Husky“ bestand aus einer Rotte mit zwei deutschen Bell UH 1D AIRMEDEVAC, die bis dato als Tactical AirMedivac EUFOR OP Althea eingesetzt waren. Die eine zweite Rotte bildeten zwei österreichische Alouette 3 Hubschrauber, die zukünftig den AirMedevac-Auftrag wahrnehmen werden. Die Abschlussrotte bestand aus zwei österreichischen UH 60 "Blackhawk" des österreichischen Bundesheeres.

Im Friedensauftrag
Zum Anlaß der Verlegung hatte Brigadegeneral Gerhard Kemmler, Chef des Stabes (COS) EUFOR, zuvor noch die EUFOR-Einsatzmedaille an die Aircrew des Lufttransportgeschwader 61 (LTG 61) aus Penzing verliehen. In seiner Ansprache zur Übergabe betonte der Chef des Stabes General Gerhard Kemmler, dass die Bundesrepublik Deutschland zur Zeit weltweit 8000 Soldaten in Friedensmissionen stationiert hat. Die EUFOR selbst wurde indes erneut von den Vereinten Nationen beauftragt, den Friedensprozess in Bosnien-Herzegowina abzusichern. Die Tactical AirMedevac ist dabei ein wichtiger Bestandteil der EUFOR-Truppen und steht - wie die Feuerwehr - 24 Stunden, an 365 Tagen im Jahr, für Rettungseinsätze bereit.

Nach Abspielen der deutschen und österreichischen Nationalhymnen folgte die Ansprache des COM EUFOR Generalmajor Bernhard Bair, Österreich. Er bedankte sich bei den Penzingern für ihren Einsatz und unterstrich wie wichtig dieser Beitrag für die EUFOR-Mission sei. Ihm sei durchaus bewusst, dass das deutsche Unterstützungselement vom LTG 61 kommend, ihre Qualitäten in der Bergrettung hat. Damit leitete er über und begrüßte das österreichische AirMedevac-Team, welches ab sofort die Verantwortung übernahm. Auch hier, fügte der Kommandeur EUFOR hinzuzu, verfügen die österreichischen Hubschrauber-Kameraden über eine große Kompetenz in der alpinen Luftrettung. Der offizielle Teil des Appells endete mit der Europahymne, Beethovens neunter Symphonie.

Immer im Einsatz
Anschließend verlegten die beiden Bells dann von Sarajevo über Triest - über den Brenner und quer über die Alpen - zurück zum LTG 61 nach Penzing. Der Auftrag der Rettungsflieger beinhaltete das Suchen und Bergen (Medevac = Luftrettung) verunglückter Luftfahrzeugbesatzungen oder in Bergnot geratener Menschen und sicherte über 12 Monate eine qualifizierte Notfallerstversorgung mit Luftrettungsmitteln für Angehörige der EUFOR-Truppe. Für das von schroffen Bergen und tiefen Tälern zerklüftete Bosnien-Herzegowina muss AirMedevac immer diese Gebirgsrettungskomponente beinhalten. Das LTG 61 aus Penzing wurde bewusst ausgewählt, da es mit sechs Luftrettungsmeistern einzigartig in der Luftwaffe, wie auch in der gesamten Bundeswehr, ist. Neben dem Einsatz in Bosnien-Herzegowina unterstützt die Luftwaffe einen vergleichbaren Einsatz auch bei KFOR.

Bei den Friedensmissionen KFOR und EUFOR haben die Rettungsflieger die Tactical AirMedevac übernommen, dass heißt die Luftrettung und ärztlich zugeführte Versorgung für alle Soldaten eines Einsatzkontingentes. Wie vom Chef des Stabes EUFOR und dem kommandierenden General EUFOR festgestellt, sind die AirMedevac-Kameraden ein unersetzlicher und vitaler Baustein der Friedensmissionen.
Bilder
Die letzen Sekunden vor der Verlegung (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenSearch and Rescue – Hubschrauber im Anflug (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenHubschrauber des LTG 61 im Einsatz für EUFOR (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenIm Cockpit des Hueys (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenDiverse Hubschraubertypen „arbeiten“ auf dem Balkan (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenBei jedem Wetter im Einsatz (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenDie Hueys bereit zum Starten (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenKeine leichte Aufgabe (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenJeder Handgriff muss sitzen (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenAuch bei klirrender Kälte (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenUnmittelbar vor dem Start (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenDie „Hueys“ auf dem Sprung (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenEin „eisiger Start“ steht an (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenFliegen durch das Karst-Gebirge (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenFliegen zwischen den Felsen (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenKein einfaches Terrain (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenVor großartiger Kulisse (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenBell UH 1D im Einsatz (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenFliegen unter extremen Wetterbedingungen (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
Größere Abbildung anzeigenGroßartiges Panorama (Quelle: Luftwaffe/Thosche)
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