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Ende einer Ära: Die Luftwaffe verabschiedet sich von „Deci“

Decimomannu, 02.03.2016.
Fast 60 Jahre lang war Decimomannu ein wichtiger Ausbildungsstützpunkt für die Luftwaffe. Vor allem Tornado- und Eurofighter-Besatzungen hatten hier genug Platz für ihr fliegerisches Training. Jetzt wurde die Nutzung der Air Weapons Training Installation auf Sardinien zum Ende des Jahres gekündigt. 2017 werden die letzten deutschen Luftwaffensoldaten den Stützpunkt verlassen.

Eurofighter aus Laage in Decimomannu.

Eurofighter aus Laage in Decimomannu. (Quelle: Luftwaffe/Stefan Petersen)Größere Abbildung anzeigen

Für die einen ist Sardinien ein begehrtes Urlaubsziel – für die Luftwaffe gehörte die Mittelmeerinsel fest zum fliegerischen Ausbildungsplan. Besonders Tornado- und Eurofighter-Besatzungen haben auf der Air Weapons Training Installation (AWTI) lange Zeit den Luftkampf geübt. Im Gegensatz zum stark beflogenen deutschen Luftraum gab es hier genug Platz. Geübt wurden vor allem Luftkämpfe und auf dem Schießplatz Capo Frasca Angriffe auf Bodenziele.

Bald Geschichte: Ein Eurofighter aus Neuburg startet in Deci zum Übungsflug.

Bald Geschichte: Ein Eurofighter aus Neuburg startet in Deci zum Übungsflug. (Quelle: Luftwaffe/Carsten Vennemann)Größere Abbildung anzeigen

Der Inselstützpunkt Decimomannu wurde seit 1959 von verschiedenen NATO-Partnern genutzt. In den vergangenen Jahren stellten bereits Kanada, Großbritannien und die USA ihren Ausbildungsbetrieb auf „Deci“ ein. Momentan nutzen nur noch die italienische und die deutsche Luftwaffe den Militärflugplatz im Mittelmeer. Zum Taktischen Ausbildungskommando der Luftwaffe Italien gehören 104 Soldaten und 33 Ortskräfte.

Die NATO-Air Base Decimomannu.

Die NATO-Air Base Decimomannu. (Quelle: Luftwaffe/Henning Strohmeyer)Größere Abbildung anzeigen

Schon seit einigen Jahren wird der Übungsbetrieb über Sardinien immer mehr eingeschränkt. Auch der Luft-Boden-Schießplatz ist mittlerweile für vier Monate im Jahr geschlossen. Früher gab es europaweit nur in „Deci“ die Möglichkeit, Flugbewegungen im dreidimensionalen Raum in Echtzeit aufzuzeichnen. Dank der Flugprofilrekorder ist das mittlerweile an fast jedem Flugplatz in Deutschland möglich. Parallel dazu ging die Zahl der fliegenden Waffensysteme deutlich zurück und die technische Ausstattung wurde modernisiert. Dadurch sind die deutschen Luftwaffengeschwader immer seltener auf den italienischen Stützpunkt angewiesen.

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Ausbildung in Deutschland spart Kosten

Daher prüfte die Luftwaffe, ob die weitere Nutzung des Standortes noch notwendig ist. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: der Nutzen für die fliegenden Geschwader der Luftwaffe steht in keinem vertretbaren wirtschaftlichen Verhältnis zu dem Aufwand für die Ausbildung auf der Mittelmeerinsel. Außerdem gibt es mittlerweile in Deutschland und im europäischen Ausland genügend kostengünstigere Alternativen, sprich Übungsräume und Schießplätze. Zudem nehmen deutsche Besatzungen regelmäßig an Hochwertübungen in den USA und in Kanada teil. Der Verzicht auf „Deci“ wird also keine negativen Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der fliegenden Luftwaffe haben, aber Kosten sparen.

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Zusammenarbeit endet im Herbst 2016

Decimomannu aus der Vogelperspektive.

Decimomannu aus der Vogelperspektive. (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Die Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung hat der Schließung zugestimmt. So konnte der Inspekteur der Luftwaffe die Nutzung der Air Weapons Training Installation (AWTI) fristgerecht zum Ende des Jahres 2016 kündigen. Das Taktische Ausbildungskommando der Luftwaffe Italien (TaktAusbKdoLw ITA) wird somit nach einer langen Ära aufgelöst. Die seit 1960 erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der italienischen Luftwaffe in „Deci“ endet im Herbst 2016. Den Schlusspunkt setzt ein feierlicher Appell zusammen mit dem letzten Übungskommando der deutschen Luftwaffe. Ab Ende 2016 wird ein Nachkommando innerhalb eines Jahres den Standort abwickeln und Auflösen.

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Stand vom: 02.03.16 | Autor: Philipp Rabe/Ute Birgit Kindler


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