Neuer Besuchermagnet im Eurofighter-Verband
Neuburg, 17.01.2012.
Nicht etwa ein neuer Eurofighter, sondern ein Blick in die Vergangenheit macht derzeit in Neuburg an der Donau von sich reden. Mit der Erstellung der Militärhistorischen Sammlung in der Halle 192 auf dem Flughafen Neuburg und dem Wehrgeschichtlichen Lehrraum in der Wilhelm-Frankl-Kaserne haben die Verantwortlichen aus dem Jagdgeschwader 74 ein Juwel geschaffen, das mittlerweile weit über die Grenzen des Geschwaders Bekanntschaft erlangt hat.

Ausgemusterte Waffensysteme, angefangen von der F-86K, die fliegende Legende Starfighter F-104G, natürlich die Phantom F-4F und weitere, interessante Exponate warten darauf entdeckt zu werden.

Oberstabsfeldwebel und Informationsmeister Ralf Schmitt führt dort mit viel Fachexpertise und Wissen um die Historie - und zwar als ehemaliger Techniker - die vielen Interessierten durch die Militärhistorische Sammlung, die auf dem Flughafen befindlich ist, sowie durch den Wehrgeschichtlichen Lehrraum, der sich im Unterkunftsbereich der Liegenschaft befindet: Eine Zeitreise durch die Geschwadergeschichte der vergangenen 50 Jahre sowie der Historie des Flugplatzes im Herzen Bayerns.

Aus 1 mach 2
Das Grundkonzept für beide Ausstellungsräume bildete die bereits vorhandene Militärgeschichtliche Sammlung. Ergänzt wurden die Ausstellungen aus einem vielfältigen Fundus, der bisher in Räumen und Lagern schlummerte. „Wir haben einige bemerkenswerte Fundstücke, Fotos und Berichte entdeckt", so Traditionsoffizier und Hauptmann Ulrich Mocka. „Die interessantesten Stücke, Modelle, Uniformen und Flugzeugmodelle wurden verbessert und ausgestellt.“ Für eine richtige Beschilderung recherchierte der Traditionsoffizier im Internet, in der umfangreichen Bibliothek oder schrieb das Militärarchiv in Freiburg an.

Gut Ding will Weile haben
Zunächst legte Mocka einen Entwurf für die Pläne der zwei Ausstellungen in Neuburg an, bevor er das Grobkonzept dem Kommodore, Oberst Andreas Pfeiffer, vorlegte und dies beim Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Potsdam vorstellte. Daneben unterstützte ihn Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers vom MGFA mit seiner fachlichen Expertise. Eigens für eine Ortsbegehung der Ausstellungsräume reiste der aus Potsdam an, um dem Geschwader bei seinem Vorhaben zu helfen. Schließlich wurde die neue Ausstellung auch dem Leiter des Bayerischen Armeemuseums, Dr. Ansgar Reiß, mit einer kleinen Abordnung aus Ingolstadt anreisend, vorgestellt: Das Bayerische Armeemuseum Ingolstadt stellte dem Jagdgeschwader 74 leihweise einen Starfighter zur Verfügung.

Beeindruckende Leistung
Hauptmann Mocka war bei seinen Arbeiten nicht alleine. Die neue Halle auf der Basis Zell gestaltete ein Team von geschichtsbegeisterten Soldaten nach ihren Vorstellungen und Ideen - angeführt von Oberleutnant Ralf Hieke, Stabsfeldwebel Christian Schmaizl und den Hauptfeldwebeln Stephan Kingl und Martin Ludwig sowie dem Stabsunteroffizier Paul Nagel. Das Ergebnis: Flugzeuge, technisches Gerät, Uniformen und Bilder lassen als Zeitstrahl in die Luftwaffengeschichte des Standortes Neuburg eintauchen.

Da sich die Einrichtung innerhalb einer Kaserne befindet, ist sie öffentlich nicht zugängig. Interessierte wenden sich an
OberstabsfeldwebelRalf Schmitt
Apparat 08431 643 1141

