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Luftbetankung der Luftwaffe

Die Luftbetankung ist eine strategische Forderung an moderne Luftstreitkräfte. In den heutigen Einsatzszenarien ist eine adäquate Versorgung von Kampfflugzeugen mit Kraftstoff ohne Luftbetankung nicht möglich. Kaum ein Einsatz der Luftstreitkräfte der United States Air Force (USAF) wäre ohne eigene Luftbetankung möglich gewesen.

Eurofighter fliegen neben dem Airbus A-310 MRTT
Eurofighter fliegen neben dem Airbus A-310 MRTT (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Die Möglichkeit der Luftbetankung vergrößert die Reichweite und den Einsatzradius der Kampfflugzeuge erheblich; so kann die Einsatzzeit länger aufrecht erhalten werden. Zum maximalen Startgewicht eines Flugzeugs zählt neben der Nutzlast auch der Tankinhalt. Muss ein Flugzeug nicht vollgetankt werden, ist eine größere Zuladung an Waffen, Fracht oder Passagieren möglich. Im Rahmen des NATO-Gipfels im November 2002 wurde das „Prague Capability Commitment“ verabschiedet, in dem die Luftbetankung als eine von acht wesentlichen militärischen Fähigkeitskategorien aufgeführt wird. Luftbetankung ist eine strategische Fähigkeit moderner Luftstreitkräfte, die Leistungsfähigkeit, Reichweite, Einsatzradius und Verfügbarkeit im Luftraum fliegender Waffensystemen deutlich erhöht.

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Feingefühl ist angesagt
Feingefühl ist angesagt (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Buddy-Buddy-Tanksystem

Die Bundeswehr verfügte bisher mit dem „Buddy-Buddy-Tanksystem“ der Tornados über ein sehr eingeschränktes Luftbetankungssystem für geringe Kraftstoffmengen, das die Durchhaltefähigkeit in einem Einsatz nicht gewährleisten konnte. Bei diesem Verfahren führt ein Tornado einen speziellen Zusatztank mit (Buddy-Buddy-Tank), aus dem ein anderer Tornado betank werden konnte. Bei einem größeren Kraftstoffbedarf musste die Luftwaffe die Tankkapazitäten anderer NATO-Streitkräfte (USA, Frankreich, Großbritannien) in Anspruch nehmen. Dadurch wurde die Operationsfreiheit der eigenen Kräfte erheblich eingeschränkt und führte zu einer Abhängigkeit in der Verfügbarkeit von Tankkapazitäten. Aus diesem Grund entschloss sich die Luftwaffe die Mehrrollenfähigkeit von vier Airbus A-310 auszubauen. Mit insgesamt sieben Airbus A-310 liegen die strategischen Lufttransportkapazitäten der Luftwaffe bei der Flugbereitschaft BMVg. Zwei Airbus werden als VIP-Versionen zur Beförderung von hochgestellten Persönlichkeiten des politisch- und parlamentarischen Bereiches genutzt. Ein dritter Airbus A-310 ist ausschließlich als Truppentransporter eingesetzt und kommt meist im Rahmen von Kontingentwechseln deutscher Soldaten zum Einsatz. Die verbleibenden vier Airbus A-310 sind bereits so genannte Multi Role Transport-Flugzeuge (MRT) und werden nun auf Multi Role Transport Tanker (MRTT) erweitert.

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Eurofighter bei der Luftbetankung
Eurofighter bei der Luftbetankung (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Verschiedene Rüstversionen A-310 MRT

Die verschiedenen Rüstversionen ermöglichen als Frachter den Transport von Personal und Material oder in der MEDEVAC-Version als „Fliegendes Lazarett“ die Beförderung von Verletzten, Verwundeten und Kranken bei entsprechender medizinischer oder intensiv-medizinischer Betreuung. Mit seiner großen Zahl an unzähligen Flugstunden im Dienst kommerzieller Fluglinien und nach Jahren bei der deutschen und kanadischen Luftwaffe hat sich der Airbus A-310 als zuverlässige und flexible Passagier- und Frachtmaschine erwiesen. Ein Konsortium der Firmen Airbus-Deutschland GmbH und Lufthansa Technik AG erweiterten die Airbus A-310 MRT auf MRTT. Diese Umrüstung erwies sich jedoch zeit- und arbeitsaufwändiger als geplant, da die Industrie über keine Erfahrungen für diese neue Technologie verfügte. Die ersten beiden umgerüsteten A-310 MRTT werden zur Zeit noch einer umfassenden Einsatzprüfung unterzogenm, bevor sie offiziell in Dienst gestellrt werden. Nach Abschluss Tests stehen diese beiden MRTTs durchgängig Einsatzbetrieb als Tanker für Luftbetankungen zur Verfügung. Die Umrüstung der verbleibenden beiden Flugzeuge soll 2010 abgeschlossen werden. Mit der Erweiterung der Mehrrollenfähigkeit des Airbus A-310 zum Tanker erreicht die Bundeswehr die notwendige Befähigung zur Luftbetankung mit Wide-Body-Luftfahrzeugen. Der Airbus A-310 MRTT wird dann der modernste Flugzeugtanker der Welt sein.

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Der Fuel-Operation-Officer führt die Betankung durch
Der Fuel-Operation-Officer führt die Betankung durch (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Die fliegende Tankstelle Airbus A-310 MRTT

In der sogenannten Multi Role Transporter Phase 3 (MRT P3) werden die vier A-310 MRT mit einer permanenten Tankerausstattung versehen. Erst mit dieser Einbauphase garantiert der A-310 MRT einen schnellen Funktionswechsel vom Passagierflugzeug über einen Transporter zu einem Flugzeugtanker. Die Air-to-Air Refuelling Role (Luft zu Luft Betankungsfunktion) beinhaltet die aufwändigsten Umbaumaßnahmen. Schon im MRT-Modus werden sogenannte Standard Tanker Mission Avionics (STaMA) in den Airbus A-310 MRT eingerüstet. Dieses STaMa - Kit beinhaltet die Bordelektronik, die zur Unterstützung der Air-to-Air Refuelling Mission benötigt wird. Es gewährleistet die Kompatibilität zwischen Flugzeugtanker und eigenen Flugzeugen, Tornado und Eurofighter, und denen anderer Luftwaffennationen in der NATO. Als Betankungssystem wurde das „Hose and Drogue“ System gewählt, da insbesondere die Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter damit betankt werden können. Bei diesem System wird aus einem Schlauchbetankungsbehälter unterhalb der Tragfläche während des Fluges ein bis zu 23 Meter langer Betankungsschlauch (Hose) ausgefahren, an dessen Ende sich der Betankungskorb (Drogue) befindet. Das zu betankende Flugzeug fädelt in den Betankungskorb ein und verbindet seinen Einfüllstutzen mit der Kupplung im Korb. Zusätzlich werden an den Tragflächen die Vortex-Generatoren, welche die Verwirbelungen der Tankgondeln an den Tragflächen verhindern, montiert. Rendevouz - Markierungen an den Tragflächen, am Rumpf und am Heck sorgen dafür, dass die Flugzeugführer der zu betankenden Flugzeugen auch bei schlechter Sicht die Umrisse des Tankers erkennen können. Mit einer 3- Mann-Besatzung, bestehend aus zwei Piloten und einem Fuel-Operation-Officer (FOO), wurde konzeptionell ein neuer Weg beschritten. Die komplette Betankungsoperation wird von dem FOO an der Fuel-Operation-Station (FOS), die in allen A-310 MRT hinter dem Cockpit fest eingebaut ist, durchgeführt und geleitet. Im Gegensatz zu den Tankflugzeugen der Typen Boeing KC-135 und Mc Donnell Douglas KC-10, mit einem Boom-Operator im Heck des Flugzeuges, der den Boom steuert, überwacht der FOO visuell über ein Kamerasystem an Rumpf und Heck den Tankvorgang, ähnlich einem Rückfahrkamerasystem von Omnibussen,. Im unteren Frachtraum werden bis zu fünf Zusatztanks mit einem Fassungsvermögen von rund 32 Tonnen (etwa 39.500 Liter) Kraftstoff eingebaut. Mit den in den Tragflächen vorhandenen Kraftstofftanks kommt der A-310 MRTT auf ein Gesamtvolumen von 72 Tonnen Kraftstoff. Die Kraftstoffdurchsatz beträgt während der Betankung 1.600 Liter in der Minute, so dass der MRTT die Luftfahrzeuge ausreichend mit Kraftstoff versorgen kann.

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: 


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