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Neues vom „schießenden Netz“

White Sands Missile Range, New Mexico, 06.01.2012.
Auf der White Sands Missile Range im US-amerikanischen New Mexico wurde erstmalig der Verschuss eines Lenkflugkörpers im Rahmen des MEADS (Medium Extended Air Defense System) erfolgreich getestet.

Das MEADS-Startgerät verlastet auf dem italienischen Trägerfahrzeug
Das MEADS-Startgerät verlastet auf dem italienischen Trägerfahrzeug (Quelle: Luftwaffe/Detlef Heilmann)Größere Abbildung anzeigen

Im Beisein hoher Vertreter aus Industrie und Militär hat das Medium Extended Air Defense System (frei übersetzt: Erweitertes Luftverteidigungssystem mittlerer Reichweite/MEADS) erfolgreich den ersten Systemtest durchgeführt. Zielsetzung war die Demonstration der 360 Grad Bekämpfungsfähigkeit des Systems.

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Badge des Launcher Missile Characterization Test
Badge des Launcher Missile Characterization Test (Quelle: Luftwaffe/Detlef Heilmann)Größere Abbildung anzeigen

Hit to kill

Als Testaufbau diente ein MEADS-Führungsgefechtsstand und das MEADS-Startgerät, beladen mit einem MEADS-Lenkflugkörper, der eigens entwickelten PAC-3 MSE. Nach Ablauf des obligatorischen Countdowns wurde aus dem Führungsgefechtsstand das Feuerkommando an das Startgerät gegeben. Mit einem bisher noch nie gezeigten Flugmanöver „über die Schulter“ startete der Lenkflugkörper, um ein simuliert anfliegendes Flugziel zu bekämpfen. Auf seiner Flugbahn wurde der Lenkflugkörper planungsgemäß an einem vorberechneten Punkt in eine Selbstzerstörungssequenz geschickt.

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Abschuss des Lenkflugkörpers
Abschuss des Lenkflugkörpers (Quelle: Luftwaffe/Detlef Heilmann)Größere Abbildung anzeigen

Entwicklungsprogramm MEADS

MEADS ist ein trinationales Rüstungsprojekt, an dem neben Deutschland, die USA und Italien beteiligt sind. Vertragsgemäß läuft die Entwicklungsphase noch bis Anfang 2014 - danach wird die amerikanische Seite aus dem Vertragsanteil zur Beschaffung „aussteigen“. Nichtsdestotrotz wird die deutsche Luftwaffe mit den bis dahin gewonnenen Entwicklungsergebnissen eine weltweit führende Position im Bereich der Flugabwehrtechnik einnehmen. Dabei sollte Erwähnung finden, dass Landsysteme zur Flugkörperabwehr deutlich kostengünstiger sind als vergleichbare maritime Träger. Schließlich verursacht der Betrieb von MEADS auch weniger laufende Kosten als bei den bekannten Systemen, eingedenk es mit einem wesentlich geringeren Bedarf an personellen und materiellen Ressourcen arbeitet.

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Schussfolge über die Schulter
Schussfolge über die Schulter (Quelle: Luftwaffe/Detlef Heilmann)Größere Abbildung anzeigen

Flugabwehr auf höchstem Niveau

Neben der 360-Grad-Erfassungs- und Bekämpfungsfähigkeit und der Fähigkeit zur Bekämpfung feindlicher Raketen durch einen direkten Treffer, über die bereits existente Luftverteidigungssysteme verfügen, überzeugt MEADS zusätzlich noch durch seine offene Systemarchitektur und der Fähigkeit zur verzugslosen Anbindung zusätzlicher Sensoren und Effektoren („plug and fight“). Dieser überaus erfolgreiche Systemtest markiert einen großen und wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von MEADS. Der nächste Test, bei dem MEADS erstmalig ein reales Flugziel bekämpfen wird, ist für Ende 2012 vorgesehen.

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Stand vom: 08.02.12 | Autor: Detlef Heilmann


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