Deutsche Waffensysteme bei Brilliant Arrow 2011
Insgesamt nehmen 29 Kampfflugzeuge und 8 Unterstützungsflugzeuge (darunter 2 Tanker) an der Übung teil, welche auf 11 Flugplätzen stationiert sind. Wir geben einen kurzen Überblick über die verschiedenen Waffensysteme.
PA 200 Tornado
Der Tornado ist ein trinational entwickeltes, allwetterfähiges zweisitziges Kampfflugzeug, das ab 1980 von Deutschland, Großbritannien und Italien in die Streitkräfte eingeführt wurde und von den Nationen in unterschiedlichen Rollen genutzt wird. Grundsätzlich teilt sich die deutsche Tornado-Flotte in den Jagdbomber IDS (Interdiction Strike) , den Tornado ECR (Electronic Combat and Reconnaissance) und den aus dem Tornado IDS entwickelten Anteil von Aufklärern, der speziell zur fotooptischen und Infrarot-Aufklärung befähigt ist.

PA 200 Tornado IDS (Interdiction Strike) - JaboG 33 Büchel
Der IDS-Tornado ist die Basisversion des Jagdbombers Tornado. Er ist für die Unterstützung der Bodentruppen aus der Luft (auch „Luftnahunterstützung“), die Gefechtsfeldabriegelung (Verhindern des Eintreffens neuer Bodentruppen) und den Luftangriff auf feindliche Einrichtungen und Stellungen befähigt. Der IDS-Tornado führt auch Mittel zur Selbstverteidigung mit und ist mit seinem Geländefolgeradar für den Tiefflug einzigartig in der NATO.

PA 200 Tornado Recce - AG 51 “Immelmann” Jagel
Der IDS -Tornado bildet auch die Basis für die Aufklärungsversion RECCE-Tornado. Die Aufklärungssensoren (fotooptisch und Infrarot) werden in einem Behälter, dem sogenannten Recce-Pod, unter dem Rumpf des Luftfahrzeuges mitgeführt. Mittlerweile mit dem Aufklärungsbehälter RecceLite (Reconaissance Litening Targeting Pod) ausgerüstet, können Daten beinahe in Echtzeit übermittelt werden. Für mehrere Jahre war dieses Muster im ISAF-Einsatz beim Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif eingesetzt.

PA 200 Tornado ECR (Electronic Combat Reconnaissance) - JaboG 32 Lechfeld
Die Electronic Combat and Reconnaissance- Version, kurz ECR, wurde auf Forderung der Luftwaffe aus dem IDS entwickelt. Der ECR dient zur Lokalisierung, Identifizierung und gegebenenfalls Bekämpfung von Radaranlagen. Das Emitter Location System, kurz ELS, lokalisiert und identifiziert Radargeräte. Ein gegnerisches Radargerät kann dann mit sogenannten „High Speed Antiradiation Missiles“ (kurz, HARM) bekämpft werden.

F-4F Phantom II - JG 71 “Richthofen” Wittmund
Die F-4F Phantom II ist eine gemäß den Anforderungen der Luftwaffe aus der F-4E abgeleitete Abfangjäger-Version, die zu einem großen Teil durch deutsche Firmen in Lizenz gebaut wurde. Ab 1986 wurden die F-4F im Rahmen mehrerer Kampfwertsteigerungsprogramme für die Luftverteidigung zusätzlich mit neuen Missionsrechner, dem aus der F-18 Hornet bekannten Bordradar AN/APG-65 sowie der radargesteuerten Luft-Luft-Lenkwaffe AMRAAM ausgestattet.
EF 2000 Eurofighter
Das Waffensystem EUROFIGHTER ist ein hochleistungsfähiges Kampfflugzeug der vierten Generation, dass sowohl für den Einsatz in der Luftverteidigungs- als auch in der Luftangriffsrolle vorgesehen ist.

EF 2000 Eurofighter - JG 74 Neuburg
Mit der Einführung des Waffensystems Eurofighter vollzog die Luftwaffe einen Generationswechsel im Bereich der bemannten Kampflugzeuge. Der Eurofighter ersetzt in einem Zeitraum von gut einem Jahrzehnt das Waffensystem F-4F Phantom und den größten Teil der Tornado-Flotte. Die Eurofighter der Tranche 1 der Luftwaffe wurden nur für den Einsatz in der Luft/Luft-Rolle konzipiert. Dazu sind sie mit einer 27-mm-Bordkanone, dem Radar-Luft/Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite AMRAAM (Advanced Medium Range to Air Missile) AIM-120 B und dem modernen, Wärme suchenden Luft/Luft-Lenkflugkörper kurzer Reichweite IRIS-T (Infra- Red Imaging System-Tail Trust Vector Controlled) als Nachfolger für den AIM-9L ausgerüstet.

EF 2000 Eurofighter - JaboG 31 “Boelcke” Nörvenich
Mit der Landung des ersten Eurofighters beim Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich im Dezember 2009 beginnt auch die Ära des Jagdbombers Eurofighter. In Luftangriffsszenarien wird der Eurofighter mit seiner präzisen und skalierbaren Bewaffnung sowohl im Rahmen der Luftnahunterstützung von eigenen oder verbündeten Landstreitkräften, als auch mit seiner abstandsfähigen Bewaffnung zum punktgenauen Einsatz auf gehärtete und gut verteidigte Ziele über größere Entfernungen einsetzbar sein.

C-160 Transall - LTG 62 Wunstorf
Die Transall C-160D ist ein für den militärischen Einsatz entwickeltes zweimotoriges Transportflugzeug mit auf dem Rumpf montierten Flügel (Hochdecker). Das Leitwerk wurde ebenfalls möglichst hoch angebracht, um die Fracht über eine große Rampe im Heck aufnehmen und je nach Einsatzauftrag auch im Flug absetzen zu können. Die Transall C-160D kann bis zu 93 Passagiere, über 60 Fallschirmjäger, drei Schwerstverletzte oder bis zu 16 Tonnen Material transportieren und - wenn nötig - auf unbefestigten Plätzen landen.

LJ-35 EW Learjet - GFD Hohn
Die Gesellschaft für Flugzieldarstellung „GFD“ mit Sitz in Hohn, Schleswig-Holstein, ist seit 2002 ein Tochterunternehmen des EADS-Konzerns. Die GFD unterhält in Hohn 12 Learjets, die häufig von ehemaligen Militärpiloten geflogen werden und die Flugzieldarstellung von der Bundeswehr für die Bundeswehr übernommen haben.

Airbus A310 MRTT (Multi Role Transport Tanker) – Flugbereitschaft BMVg Köln-Wahn
Der Airbus A310 MRTT (Multi Role Transport Tanker) ist ein flexibel einsetzbares, zweistrahliges Verkehrsflugzeug des europäischen Herstellers Airbus. Es handelt sich um eine verkürzte und weiterentwickelte Variante des Airbus A300. Um verschiedene Aufgaben mit nur einem Flugzeugtyp zu erfüllen, wurde für die deutsche Luftwaffe die A310-304 MRTT (Multi Role Transport Tanker) entwickelt. Dieses Luftfahrzeug ist durch den variablen Einsatz von Rüstsätzen in den jeweiligen Rollen als Passagierflugzeug, Frachtflugzeug, Tankflugzeug und zum Transport von Verwundeten und Kranken einsetzbar.

DCRC - Einsatzführungsbereich 3 Schönewalde
Das Deployable Control and Reporting Center (DCRC) besteht scheinbar nur aus unscheinbaren, olivgrünen Metallcontainern. Doch im Inneren steckt die allerneueste und modernste Computertechnik. Es handelt sich um ein neuartiges, verlegefähiges Einsatzführungssystem, das vielfältige Funktionen vereint. Primär zur Erstellung eines Luftlagebildes konfiguriert, kann hiermit auch die weltweite Führung von bodengebundenen und luftgestützten Waffensystemen gewährleistet werden.

Für die Erstellung eines Luftlagebildes hat das System Zugriff auf Daten einer Vielzahl von militärischen und zivilen Radarstationen in Deutschland. Mit diesen Daten erstellen die Soldaten mit der Unterstützung modernster Computertechnik ein Luftlagebild, auf dem alle aufgefassten fliegenden Objekte in allen Höhenlagen sowie mit Richtung und Geschwindigkeit dargestellt werden.


