Zukunftsfeld Air Surface Integration
Bonn, 27.02.2012.
Haben Sie schon mal Air Surface Integration „gegoogelt“? Sie werden überrascht sein, wie wenig zu dieser Thematik, die gleichzeitig ein Zukunftsfeld der Luftwaffe darstellt, im Netz zu finden ist. Ein Beitrag über ein schwierig einzugrenzendes Thema, dass aber die Luftwaffe im Rahmen teilstreitkraftübergreifender Operationen immer häufiger in Anspruch nimmt.

Unter „Air Surface Integration“ (Kurzform: ASI) versteht die Luftwaffe ihren Beitrag zu einer umfassenden, koordinierten, verzugslosen Planung und Synchronisation vorhandener Kräfte auf taktischer Ebene in einem Einsatzraum, verbunden mit dem Ziel der optimierten Integration von Luftstreitkräften in die Gesamtoperationsführung.

Vor dem Hintergrund eines dynamischen sicherheitspolitischen Umfeldes wird der Erfolg militärischer Einsätze in Zukunft wesentlich vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Kräfte auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft-, respektive im Weltraum, bestimmt sein. Mit Luftstreitkräften steht ein hoch flexibles, mit sehr geringer Reaktionszeit und über große Distanzen einsetzbares militärisches Instrument zur Verfügung, das den Handlungsspielraum von Streitkräften in allen Einsatzszenarien deutlich erweitert. In Einsätzen geringer Intensität können sich Luftstreitkräfte nahezu ungehindert über dem Einsatzgebiet bewegen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn man einem technologisch unterlegenen Gegner gegenüber steht, der nur begrenzte Mittel zur Wirkung gegen Ziele in der Luft oder im Weltraum besitzt.

Die Nutzung der 3. Dimension eröffnet Vorteile, die wesentlich zum unmittelbaren Schutz unserer Soldaten beitragen können. Luftstreitkräfte sind beispielsweise in der Lage, äußerst flexibel den Bedarf an einer permanenten Überwachungs- und Aufklärungsleistung des Einsatzraums in allen Domänen - also an Land, auf See, sowie in Luft- und Weltraum - zu decken. Sie offerieren die Fähigkeit, alle eingesetzten Kräfte zur eng koordinierten und lageangepassten Unterstützung im gesamten Einsatzraum verzugsarm bereitzustellen, beginnend bei den Leistungen des Lufttransportes bis hin zum Einsatz ihrer Wirkmittel.

Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Prozesse zur Operationsführung von Land-, Luft- und Seestreitkräften optimal synchronisiert werden und ihre jeweiligen Fähigkeiten dabei ein hohes Maß an Integration erfahren.
Die heutige Einsatzrealität und die für die nahe Zukunft wahrscheinlicheren Einsätze erfordern eine Verschiebung der Schwerpunktsetzung und machen die Fokussierung auf Unterstützung von Bodenoperationen notwendig.

Die Luftwaffe trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem sie die Planungs- und Durchführungsprozesse in Operationen wesentlich enger mit Anderen verzahnt. Hierfür werden die Fähigkeiten der Luftwaffe nachhaltig entlang des Konzeptes der Air Surface Integration ausgerichtet. Air Surface Integration ist neben Flugkörperabwehr, Militärischer Weltraumnutzung und Unbemannten Luftfahrzeugsystemen eines der vier Zukunftsfelder für die Weiterentwicklung der Luftwaffe.

Air Surface Integration verdeutlicht, wie die Luftwaffe plant, ihre Fähigkeiten in einem streitkräftegemeinsamen, multinationalen Einsatzraum zur rechten Zeit, am rechten Ort bedarfsgerecht zum Einsatz zu bringen.
Air Surface Integration steht dabei weder zu einer auf operativer Ebene stattfindenden Synchronisation noch zu der Ebenen-übergreifenden Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (STF) in Konkurrenz. Vielmehr ergänzt und präzisiert sie die Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung durch eine bis auf die unterste taktische Ebene möglich werdende, unmittelbare Integration aller Kräfte.


