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Fachinformatiker mit Fachrichtung Systemintegration

Büchel, 01.01.2013.
Der 33 jährige Hauptfeldwebel Henning Benz ist seit dem Jahr 1999 bei der Luftwaffe. In der Navigationsunterstützungszentrale (NavUZ) besetzte er nach erfolgreichem Abschluss seiner zivilen Ausbildung als so genannter Quereinsteiger, zunächst den Dienstposten als 1. Luftfahrzeug-Wart Tornado bei der Wartungs- und Waffenstaffel des Jagdbombergeschwader 33 (JaboG 33) in Büchel. Durch Kameraden im Geschwader erfuhr er mehr über andere Tätigkeiten auf dem Fliegerhorst Büchel und erkannte schnell mögliche Aufstiegschancen in der NavUZ.

Hauptfeldwebel Henning Benz an seinem Arbeitsplatz

Hauptfeldwebel Henning Benz an seinem Arbeitsplatz (Quelle: Luftwaffe/Ulrich Metternich)Größere Abbildung anzeigen

Mit der Einführung des Waffensystems Eurofighter in die Luftwaffe im Jahr 2004 wurden bei der NavUZ neue Stellen im Bereich der Datenbasisgenerierung (DBGS) geschaffen.

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Der Weg zum Ziel

In einer 21-monatigen zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung absolvierte Henning Benz beim Raketenartillerielehrbataillon 52 in Hermeskeil eine zivil anerkannte Ausbildung zum Fachinformatiker mit abschließender Prüfung vor der IHK Trier. Zu den Hauptausbildungsinhalten gehörten neben Englisch vor allem Programmiersprachen, erweiterte Windows-Kenntnisse und Netzwerkgrundlagen. Seinen Job bei der NavUZ beschreibt Hauptfeldwebel Benz wie folgt: „Die Arbeit hier in der Dienststelle ist unheimlich interessant. Nach dem Einstieg bei der NavUZ durchlief ich neben einer Einweisung in den militärischen Flugbetrieb eine sechswöchige Systemeinweisung beim DBGS für das Aircrew Synthetic Training Aids (ASTA) Eurofighter. Anschließend folgte ein zweiwöchiger Modellierungslehrgang mit dem Inhalt der 3D-Modellierung mit der Software Creator bei EADS/Cassidian in Manching. Hinzu kam noch eine sechswöchige Einweisung auf das Sichtsystem Visual Database des Eurofighter Simulators bei der Firma CAE in Montreal in Canada. Im Zuge der Weiterentwicklung der Systeme fiel turnusmäßig bisher auch noch eine Reihe von weiterführenden Lehrgängen an“ schildert Benz.

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Der Fortschritt zieht ein

Beginnend mit dem Waffensystem Tornado in den achtziger Jahren, mussten Kartendaten noch manuell aufbereitet werden, um sie, abfotografiert auf Kleinbildfilm, in die Kartenfilmprojektoren von vorderem und hinterem Tornado Cockpit zu laden. Damit begann nach der Starfighter-Ära für die Dienststelle im April 1983 ein neues Zeitalter. Gleichzeitig erhielt sie mit der Bezeichnung NavUZFlgWS auch ihren derzeitigen Namen. Bald danach kamen weitere Aufgaben hinzu wie beispielsweise das Erstellen von Datenbasen für Simulatoren. In den späten siebziger Jahren machte die Entwicklung von Flugsimulatoren riesige Fortschritte. Zweidimensionale (2D) Abbildungen von Landschaften, Städten, Gewässern und Flugplätzen wechselten immer mehr zu dreidimensionalen (3D) Simulationen mit Geländemodellen, die Berge, Täler und Gebäude in ihren vertikalen Ausdehnungen darstellen. Angefangen hat es für die Luftwaffe in den frühen achtziger Jahren mit Datenbasen für die Sicht- und Radarsysteme von Phantom- und Tornado-Simulatoren. Mitte der neunziger Jahre kam das Sichtsystem für die C-160 Transall hinzu, bei der schwierige und steile Anflüge, wie zum Beispiel der auf den Flugplatz in Sarajevo, simuliert werden konnten. Über die Jahre kamen immer mehr Waffensysteme hinzu, für die jeweilige Datenbasen individuell erarbeitet werden mussten, da unterschiedliche Waffensysteme verschiedene nicht kompatible Datenformate nutzen.

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Die Realität als Programm

Der zweite Teilbereich der NavUZ, das Data Base Generation System (DBGS), befasst sich mit allem, was die Simulation anbetrifft. Zurzeit werden fast alle Simulatoren fliegender Waffensysteme der Bundeswehr mit Datenbasen aus der Eifel versorgt. Neben F-4F Phantom, Tornado, Eurofighter und C-160 Transall bei der Luftwaffe wird auch das weltweit modernste Hubschrauber-Simulator-Zentrum an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg mit Datenbasen für CH-53, NH-90 und EC-135 beliefert. Hinzu kommt der Tiger-Simulator in Fritzlar und bei den Marinefliegern der Simulator für den Seefernaufklärer P-3C Orion in Nordholz. Im Zeitalter knapper werdender Ressourcen und der Reduzierung von Flugstunden ist es unverzichtbar, die fliegenden Besatzungen zusätzlich in Flug- und Taktiksimulatoren zu trainieren und auf Einsätze vorzubereiten. Damit das Üben in den Simulatoren wirklichkeitsgetreu erfolgt, kommt es vor allem darauf an, den Besatzungen eine möglichst realistische Darstellung der Umwelt zu präsentieren, die auch der taktischen Situation in einem möglichen Einsatzgebiet entspricht. Hierzu ist Detailreichtum in der optischen Darstellung durch die Sichtsysteme notwendig. In dieser Datenbasis werden Topographie und künstliche Hindernisse wie zum Beispiel Gebäude oder Hochspannungsleitungen für stationäre Objekte einprogrammiert. Damit Geländegegebenheiten und bewegte Objekte möglichst naturgetreu erscheinen werden ihnen angepasste Oberflächenstrukturen oder Texturen zugewiesen, um die künstliche Realität zu verstärken. In modernen Simulationssystemen wird heutzutage vermehrt Wert auf die realistische Simulation von Bedrohungen aus der Luft und am Boden gelegt. Dazu werden Reichweiten von Luftabwehrraketen oder Leistungsdaten von Jagdflugzeugen in Datensätzen von mobilen Objekten einprogrammiert. Des Weiteren wird die Datenbasis mit Informationen über Funkfrequenzen, Wetter und Navigationsdaten angereichert. „Für mich war es sehr toll, bei der Einführung der Datenbasisgenerierung für den Eurofighter von Anfang an mit dabei zu sein und die Software zusammen mit Fachleuten aus anderen Nationen weiterzuentwickeln. So lernt man viele Bereiche der Luftwaffe und der Industrie kennen. Meine Arbeit ist abwechslungsreich und vielfältig“, resümiert Fachinformatiker Benz.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Ulrich Metternich


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