Schweizer Präzisionsarbeit bei der Übung "Open Spirit"
Kreta, 28.09.2007.
Das Vorkommando hat seine Arbeit getan. Die Erkundung des Schießplatzes, sowie die Waffensystemübernahme ist durch die Vorhut des Flugabwehrraketengeschwaders 5 aus dem bayrischen Manching erfolgreich abgeschlossen worden. Auch die Vorarbeit der Schweizer Luftwaffe wurde zeitgerecht beendet. Das Material ist aus den Containern geladen worden, und das Lenkwaffensystem Rapier wurde auf NAMFI in Stellung gebracht.
Schweizer Truppe bestand hauptsächlich aus Milizpersonal
Einen Tag vor Übungsbeginn sind drei Transall C-160 auf dem Flughafen Souda auf Kreta, mit insgesamt über 200 Soldatinnen und Soldaten an Bord gelandet. Unmittelbar nach ihrer Landung bezogen das deutsche und Schweizer Hauptübungskontingent ihre Quartiere in einer nahegelegenen griechischen Kaserne, der "Cantonement Area", um am nächsten Morgen in aller Frühe mit dem taktischen Schießen beginnen zu können. An dieser multinationalen Übung war die Luftwaffe mit dem Flugabwehrraketensystem Patriot, und der Fliegerabwehrlehrverband 33 der Schweizer Luftwaffe mit dem Lenkwaffensystem Rapier beteiligt.
Das Schweizer Kontingent umfasste 60 Mann und wurde nach einem strengen Auswahlverfahren hauptsächlich aus freiwilligem Milizpersonal zusammen gestellt.
Debüt geglückt
Den Beginn dieser Übung durfte der "Gast" markieren. Die Schweizer Fliegerabwehr übte erstmals den scharfen Schuss mit ihrem Waffensystem Rapier im multinationalen taktischen Rahmen. Ziel ihrer ersten Aufgabe war es einen unbemannten Flugkörper, auch als "Drohne" bezeichnet, während des Fluges zu bekämpfen und somit unschädlich zu machen. Starke Winde mit Sturmböen hatten sich am Vormittag noch über dem Schießgelände ausgebreitet, so dass es ungewiss war, ob die Drohnen gestartet werden konnten. "Wir sind bei jedem Wetter einsatzbereit, aber unsere Gegner können wohl nicht", scherzte Brigadegeneral Matthias Weibel, Kommandeur des Fliegerabwehrlehrverbandes 33. Bei starken Winden oder Böen können die Drohnen vom Kurs abkommen und wären somit schwer zu kontrollieren. Doch pünktlich zum Übungsbeginn legten sich die Winde wieder und die Übung konnte ohne Verzögerung beginnen.
Um genau 13.03 Uhr Ortszeit, exakt drei Minuten nach Übungsbeginn, war es dann soweit. Gleich die erste Drohne wurde von der Schweizer Luftwaffe erfolgreich bekämpft und unschädlich gemacht. Auch der zweite abgefeuerte Lenkflugkörper fand sein Ziel und zerstörte das herannahende Flugobjekt.
Es folgten gemeinsame Schießvorhaben
Nachdem der Einstand für die Schweizer Armee geglückt war, folgte in den beiden darauffolgenden Tagen das gemeinsame taktische Schießen, an dem auch die Soldatinnen und Soldaten des FlaRakG 5 ihr Können unter Beweis gestellt haben. Während das Rapier-Lenkwaffensystem eine Wirkungsdistanz von 800 bis 6.800 Meter hat und somit optimal Ziele im Nahbereich bekämpfen kann, ist das deutsche Waffensystem Patriot eher für eine Bekämpfungsreichweite von etwa 68.000 Metern ideal geeignet. Beim diesjährigen taktischen Schießen wurden Flugobjekte auf etwa 25.000 Meter bekämpft. Auch das Trefferbild der deutschen Truppe lies nichts zu wünschen übrig. Fast alle Flugobjekte wurden erfolgreich bekämpft, so dass beide Streitkräfte, die Schweizer als auch die Deutschen, positive Erfahrungen und Erkenntnisse in der Zusammenarbeit gesammelt haben dürften.
Lob von höchster Stelle
Dies wird sicherlich auch den Schweizer Verteidigungsminister, Bundesrat Samuel Schmid gefreut haben, der sich gemeinsam mit einer hochrangigen Delegation aus Politikern und Militärs, sowie mehrerer Schweizer Journalisten, vom Können seiner Truppe persönlich vor Ort überzeugt hat. Schmid, früher selbst Kommandeur eines Infanterieregimentes, zeigte sich tief beeindruckt von den gemeinsamen Leistungen der deutschen und schweizer FlaRak-Kräfte.





