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Die Geschichte der Wahner Heide

Köln-Wahn, 27.04.2007.
Heute stellt die Wahner Heide ein viel genutztes Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und einer einmaligen Vegetation dar. Dies war jedoch nicht immer der Fall.

Wahner HeideLupe
Wahner Heide (Quelle: Luftwaffe)

Seit fast 200 Jahren Truppenübungsplatz: Die Wahner Heide

Bereits im Jahr 1817 wurde die Wahner Heide durch die 7. königlich-preußische Artilleriebrigade als Übungsgelände genutzt. Noch im selben Jahr wurden das Gelände auch für die Ausbildung von Landwehrmännern, eine Art Reservist, aus Köln und Umgebung genutzt.

Die Größe des Platzes war genau auf die Schussweite der Geschütze und der Sprengwirkung der zu dieser Zeit verwendeten Artilleriegranaten angepasst.

Durch die technische Erweiterung des Militärs und damit auch die gesteigerte Reichweite der Artilleriewaffen musste nun auch der Schießplatz vergrößert werden. Durch die Erweiterung des Übungsplatzes entstanden immer größere Belastungen sozialer und finanzieller Art für die umliegenden Gemeinden, da es zu dieser Zeit üblich war, dass diese für die Unterbringung und Verpflegung der Soldaten zu sorgen hatten. Aus diesem Grund wurden 1870 Fachwerkhäuser und um 1900 Steingebäude als Unterkunft für die Truppen errichtet. Viele dieser Bauten, wie das Offiziersheim aus dem Jahre 1861, werden heute immer noch genutzt.

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BiotopLupe
Biotop (Quelle: Luftwaffe)

Die Wahner Heide wird zum Flugplatz

Schon vor dem Ersten Weltkrieg dienten Teile der Wahner Heide dem Militär als Flugplatz. Das erste Gebäude des Flugplatzes war ein Fliegerschuppen mit einer 150 m langen Startbahn. Dies war damit auch gleichzeitig die Geburt des Köln-Bonner Flughafens. Im Ersten Weltkrieg übten auf dem Truppenübungsplatz Wahn neben Heereseinheiten auch Luftschiffe und Flugzeuge. Während des Ersten Weltkriegs diente der Kasernenbereich in der Wahner Heide zudem als Kriegsgefangenenlager. Noch heute erinnern Gedenksteine auf dem Militärfriedhof an im ersten und Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten unterschiedlicher Nationen. Mit Kriegsende marschierten kanadische und britische Verbände in die Wahner Heide ein. Von 1920 bis 1926 besetzten französische Truppen den Übungsplatz. Durch die große Wohnungsnot in Köln und Umgebung wurden in den weiteren Jahren Familien auf dem Übungsplatz angesiedelt. Damit wuchs die Zahl der auf der Wahner Heide untergebrachten Personen auf über 3.000 an.

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Die Wahner Heide im Dritten Reich

Nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 wurde der Ausbau des Übungsplatzes durch die Landespolizei erheblich vorangetrieben, so dass viele Familien von dort umgesiedelt wurden. 1936 marschierte die Wehrmacht in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes ein. Nun wurde der Truppenübungsplatz um 52 Quadratkilometer mit einer Platzgrenze von 34 km Umfang erweitert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Schießplatz ausschließlich für Truppenübungen und Truppenaufstellungen genutzt.

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Alte militärische Gebäude in der Wahner HeiderLupe
Alte militärische Gebäude in der Wahner Heider (Quelle: Luftwaffe)

Die Nutzung nach Ende des Zweiten Weltkriegs

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten am 11. April 1945 amerikanische Truppen das "Camp Wahn" und erbauten ein Durchgangslager für etwa 15.000 Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Am 15. Juni 1945 wurden sie von britischen Truppen abgelöst.

Nun begann die Royal Air Force (RAF) umgehend mit dem Ausbau des Feldflugplatzes zum Militärflughafen. So entstanden mit Hilfe von deutschen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen eine 1.830 m lange Beton – Startbahn, ein Flugleitungsturm, fünf Hallen und eine Wetterwarte.Mitte 1946 wurden mehr als 2.000 deutsche Männer und Frauen bei den Briten beschäftigt. Die RAF führte im Lager Wahn „Refresher-Kurse“ (Berufs-Auffrischungskurse) für deutsche Kriegsgefangene und Weiterbildungsmaßnahmen für Frauen mit Stenografiekenntnisse arbeitsbegleitend durch. Sie erlernten Stenografie für englische Diktate und konnten somit eine Prüfung ablegen. Nach Ende der Arbeiten am Flugplatz fanden dadurch viele Anstellungen in Botschaften und bei den Konsulaten. In den Jahren 1948 und 1949 beteiligte sich die RAF von Wahn aus an der Versorgung der eingeschlossenen Stadt Berlin. 1949 wurden die Fachwerkbaracken von 1870 / 71 im Mittellager Wahn Heide abgerissen. An diesem Platz entstand die Wohnsiedlung Parkstraße für britische Soldatenfamilien.1955 wurde das Amt nach Bonn verlegt und mit Innkrafttreten des Deutschlandvertrages am 5.Mai in die Britische Botschaft umgewandelt.

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Ruinen eines alten Beobachtungsbunker des ArtillerieschießplatzesLupe
Ruinen eines alten Beobachtungsbunker des Artillerieschießpl … (Quelle: Luftwaffe)

Rückgabe der Wahner Heide an die Bundesrepublik

Am 18. Juli 1957 wurde der Militärische Teil des Flughafens durch den britischen Vizeluftmarschall Samuel Hogan an die Deutsche Luftwaffe übergeben.Damit begann die Geschichte der heutigen Luftwaffe in Köln-Porz. Gleichzeitig blieben in weiten Teilen der Wahner Heide weiterhin ausländische Truppen stationiert. So waren bis zum Jahr 2004 belgische Panzerverbände in der Wahner Heide. Nach der vollständigen Rückgabe des gesamten Areals an die Bundesrepublik Deutschland wurden die als Truppenübungsplatz genutzten Gebiete der Luftwaffenkaserne Wahn unterstellt.

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Teile der alten belgischen KaserneLupe
Teile der alten belgischen Kaserne (Quelle: Luftwaffe)

Die Wahner Heide heute

Heute dient die Wahner Heide immer noch als Truppenübungsplatz für die Bundeswehr, ist jedoch in Teilen für die Öffentlichkeit freigegeben. Jedoch dürfen Besucher sich nur auf speziell gekennzeichneten Strecken bewegen, da große Teile des Areals noch immer mit Munition und Munitionsteilen belastet sind.

Da durch die militärische Sperrung lange Zeit weite Teile der Wahner Heide absolut sich selbst überlassen waren, entwickelte sich dort ein für diese Region einzigartiges Ökosystem, in dem über 700 gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben. Mit ihren zahlreichen Bächen, Buchenwäldern, offenen Dünenlandschaften und einer Gesamtfläche von 3700 ha stellt die Wahner Heide das zweitgrößte Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens dar.

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Bilder


Stand vom: 21.05.2007 | Autor: Kristina Schweinem/Simon Fischer

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