Search and Rescue (SAR)
Mit Search and Rescue (SAR - Suchen und Retten) wird international ein meist staatlicher Such- und Rettungsdienst für die Bereiche Luft- und Seefahrt bezeichnet. Er dient dazu, in Not geratenen Flugzeuge und Besatzungen zu helfen. Diesen Dienst muss nach Annex 12 der International Civil Aviation Organization (ICAO) jedes Mitgliedland stellen. Die ICAO ist die Unterorganisation der Vereinten Nationen für Zivilluftfahrt, die Standards für den Luftverkehr eingeführt hat. Die ICAO wurde nach dem Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt vom 7. Dezember 1944 in Chicago gegründet.
Mit dem Eintritt in die ICAO im Jahre 1956 hat auch die Bundesrepublik Deutschland die Verpflichtung übernommen, einen solchen SAR-Dienst zu stellen. Am 1. April 1959 übernahm auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Faßberg das erste SAR-Kommando seinen Dienst.
Oftmals ist der SAR-Dienst in vorhandene Rettungsdienste, Militär oder Polizei eingegliedert. darüber hinaus auch Verwaltungen und freiwillige Organisationen wie der Katastrophenschutz. Verantwortlich dafür sind die Bundesländer. Bei länderübergreifenden Schadenslagen ist das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zum Teil auch das Bundesinnenministerium und das Bundesverteidigungsministerium zuständig.
Luftrettung
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt den SAR-Dienst die deutsche Bundeswehr. Ihre Aufgaben sind die Ortung von überfälligen, vermissten oder im Extremfall nach abgestürzten Luftfahrzeugen sowie die Rettung der Besatzung und der Passagiere. Sofern SAR- und Militäraufgaben dem nicht entgegenstehen und genügend Kapazitäten vorhanden sind, kann auch im Rahmen der Amtshilfe bei Notfällen zu Lande und zu Wasser geholfen werden.
Alarmierung
Die Anforderung von SAR-Einheiten wird dann notwendig, wenn ein Luft- oder Wasserfahrzeug in eine Notlage gerät oder vermisst wird. Meist wird von den Betroffenen selbst oder von den koordinierenden Stellen zunächst die örtlich zuständige Rettungsleitstelle, die Polizei oder die Feuerwehr informiert. Sofern die jeweilige Leitstelle Hilfe von SAR-Einheiten benötigt, setzt sie sich mit der zuständigen SAR-Leitstelle in Verbindung. Die Alarmierung der SAR-Hubschrauber erfolgt dann über die SAR-Leitstelle im nordrhein-westfälischen Münster für den Festlandbereich beziehungsweise über die SAR-Leitstelle Glücksburg für die Gebiete über der Nord- und Ostsee. Anfordernde Stelle ist also die Luftaufsicht oder eine andere Institution, die alarmierende und entsendende (befehlsbefugte) Zentrale jedoch die SAR-Leitstelle.
Seit 1959 haben SAR-Kommandos der Bundeswehr in über 250.000 Einsetzen 190.000 Menschen gerettet.

