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Zuverlässig, schnell und modern – die Flugbereitschaft BMVg

Köln-Wahn, 22.10.2008.
Die Fotos der Pressefotografen aus dem parlamentarischen Bereich zeigen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Staatsgäste gerne auf dem roten Teppich. Auch das Fernsehen liefert immer wieder Bilder von Politikern und Staatsgästen, die gerade aus einem Flugzeug die Gangway herab steigen. Was aber meist verborgen bleibt, sind Vorbereitungen und logistischer Aufwand, die hinter einem Staatsbesuch stehen. Dabei bestimmt das Protokoll alle zu berücksichtigenden Details. Für die Mobilität dieser wichtigen Passagiere greifen deshalb nicht nur das Kanzleramt, sondern alle Ressorts der Bundesregierung auf die Unterstützung der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) zurück.

Das Cockpit der Global 5000 mit vielen digitalen Instrumenten
Das Cockpit der Global 5000 mit vielen digitalen Instrumente … (Quelle: Luftwaffe/Andreas Fuchs)Größere Abbildung anzeigen

Viele der Staats- und Ministerreisen liegen in Verantwortung der Flugbereitschaft und sind von der Bundeshauptstadt Berlin aus durchzuführen. Diese Aufgabe, die im Vorschriftenjargon unter den Begriff "Serviceleistung für andere Bedarfsträger" fällt, ist aber nur eine von vielen für die Flugbereitschaft mit Hauptsitz in Köln-Wahn. Die rund 830 Soldatinnen und Soldaten sind zusammen mit über 210 zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur für den schnellen und sicheren Transport aller Fluggäste, sondern auch für den technisch einwandfreien Zustand der Flugzeugflotte verantwortlich. Dabei leisten sie – meist im Hintergrund – ein umfangreiches Arbeitspensum, mit dem die Auftragserfüllung sichergestellt wird.

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Soldaten des Sanitätsdienst der Bundeswehr besteigen die MedEvac-Maschine "Hans Grade"
Bundeswehrangehörige besteigen die MedEvac-Maschine "Ha … (Quelle: Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

Kernauftrag der Flugbereitschaft

Die Flugbereitschaft ist trotz ihres besonderen Auftrags "Serviceleistung für andere Bedarfsträger" in erster Linie ein militärischer Verband mit klar definierten Aufgaben. Sie stellt mit ihren Langstreckentransportflugzeugen vom Typ Airbus A-310 einen wesentlichen Teil der Lufttransportkräfte in der Luftwaffe. Militärisches Personal und Material werden in die Einsatzgebiete, zu den Dienststellen oder Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr im In- und Ausland geflogen. Routine kommt dabei zu keiner Zeit auf, denn ihre Arbeit eröffnet den Angehörigen der Flugbereitschaft immer wieder neue Aufgabengebiete an unterschiedlichen Einsatzorten, die es zuverlässig zu meistern gilt. Im Frieden, aber auch in Krise und Krieg umfasst der Auftrag im Weiteren den sicheren Transport von Opfern durch Naturkatastrophen, Unfallverletzten oder Kranken ebenso wie von Verwundeten über zumeist große Entfernungen.

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Die Global 5000 der Firma Bomardier Inc.
Nonstop Berlin – Washington mit der Global 5000 (Quelle: Bombardier Inc.)Größere Abbildung anzeigen

Moderne Zeiten brechen an

Ab 2010 soll die Flugbereitschaft BMVg für diesen Auftrag sechs neue Luftfahrzeuge (Lfz) für die mittleren und zwei Lfz für die langen Flugstrecken erhalten. Das notwendige Investitionsvolumen beläuft sich für die Mittelstrecke auf rund 615 Millionen Euro und beinhaltet den Kauf einer 2+4-Flotte (2 Airbus A319 + 4 Global 5000) und technisch-logistische Unterstützung über die nächsten zehn Jahre. Zusätzlich werden für die Langstrecke rund 370 Millionen Euro für zwei gebrauchte Airbus A340-300 bereitgestellt, die in eine VIP-Version umgerüstet werden und die bisher genutzten Airbus A310 VIP ersetzen sollen. Auch hier soll die Systembetreuung für einen Zeitraum von zunächst zehn Jahren zusätzlich beauftragt werden. Diese auf den ersten Blick beträchtlichen Summen sind jedoch für die Zukunft gut angelegt. So werden die in die Jahre gekommene Challenger CL-601–Flotte und, wie erwähnt, die zwei alten Airbus A310-VIP durch eine neuere und vor allem modernere Flugzeuggeneration ersetzt.

Eine Challenger CL-601 der Firma Bombardier Inc. auf dem Rollfeld
Challenger CL-601 werden auf Kurz- und Mittelstrecken einges … (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Die Challenger-Flotte wird seit 1985 auf Mittelstrecken und für Sonderflüge des politisch/parlamentarischen Bereiches betrieben. In den vergangenen Jahren führten technische Beanstandungen jedoch immer häufiger zu Flugausfällen. Zusätzlich kommt hinzu, dass durch die begrenzte Reichweite meist teure und zeitaufwändige Zwischenlandungen erforderlich sind und bei einer Kapazität von nur 12 Sitzplätzen größere Delegationen nicht bedient werden können. Gerade wegen dieser Faktoren greift man daher immer wieder auf einen der zwei Airbus A310 VIP mit 91 Sitzplätzen zurück, die ihrerseits seit 1991 in der Luftwaffe geflogen werden. Diese Maschinen wurden im Zuge der Wiedervereinigung von der Staatsluftfahrtgesellschaft der ehemaligen DDR "Interflug" übernommen. Mit der neuen Flugzeuggeneration und einem Mix aus drei unterschiedlichen Flugzeugmustern kann den Aspekten Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Planungssicherheit deutlich besser Rechnung getragen werden.

Der A319 CJ der Firma Airbus GmbH
Der A319 CJ ergänzt die Flotte der Flugbereitschaft BMVg (Quelle: Airbus GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Für mittlere Delegationsgrößen stehen dann zwei Flugzeuge vom Typ Airbus A319CJ mit bis zu 44 Sitzplätzen und vier Bombardier Global 5000 für Delegationen bis zu maximal 12 Personen zur Verfügung. Präzisionsanflüge auch bei sehr geringen Sichtverhältnissen sind technisch möglich und tragen zum flexiblen und effizienten Einsatz der Luftfahrzeuge bei. Dazu müssen Flugplatz und Luftfahrzeug entsprechend ausgerüstet sein. Die neuen Flugzeugtypen erfüllen diese Anforderung ohne Ausnahme. Für die Langstrecke werden zwei gebrauchte Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 mit jeweils 142 Sitzplätzen aus dem derzeitigen Bestand der Deutschen Lufthansa übernommen. Der Beschaffungsvertrag mit der Lufthansa Technik AG umfasst im Wesentlichen die Beschaffung, Grundüberholung und Umrüstung in eine VIP-Version einschließlich der Möglichkeit zur Umrüstung der Flugzeuge für MedEvac-Einsätze. Die Systembetreuung und die zusätzliche Ausbildung der Besatzungen und Techniker werden in Folge in weiteren Verträgen mit der Lufthansa Technik AG beauftragt.

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Der Airbus A340-300
Berlin – Tokio ohne Zwischenstopp möglich (Quelle: Lufthansa Technik AG)Größere Abbildung anzeigen

Sicherheit vor terroristischer Bedrohung

Gerade Regierungsflugzeuge sind einer immer größer werdenden terroristischen Bedrohung, beispielsweise durch Lenkflugkörper mit Infrarot-Zielsuchkopf, ausgesetzt. Durch Reichweite und Präzision dieser Waffensysteme unterliegen diese Flugzeuge besonders im Nahbereich von zivilen Flugplätzen einer besonderen Gefährdung. Für alle acht künftigen Regierungsflugzeuge der Mittel- und Langstrecke ist daher die Einrüstung einer elektronischen Selbstschutzausstattung vorgesehen. Damit kann der Bedrohung durch terroristische Anschläge mit hohem Wirkungsgrad begegnet werden. Mit diesen Neuanschaffungen und den entsprechenden Ausrüstungssätzen kann die Flugbereitschaft BMVg mit einer modernen und technisch optimal ausgestatteten Flugzeugflotte das geforderte Aufgabenspektrum in Zukunft noch bedarfsgerechter und zuverlässiger bedienen.

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Umzug wegen Wirtschaftlichkeit

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Jahr 2006 entschieden, dass der Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) als internationaler Verkehrsflughafen ausgebaut und zugelassen werden kann. Wenn neben allen damit verbundenen Auflagen auch die Voraussetzungen für die Abwicklung des Regierungsflugbetriebs auf dem zukünftig einzigen Flughafen Berlins geschaffen sind, ist beabsichtigt, den politisch/parlamentarischen Flugbetrieb der Flugbereitschaft ab 2012 über den BBI abzuwickeln. Das heißt letztendlich, dass vier Global 5000 und zwei Airbus A319CJ für die Mittelstrecke, die beiden Airbus A340-300 VIP-Versionen für die Langstrecke, aber auch drei bereits zur Flotte der Flugbereitschaft gehörende Cougar AS-532 Hubschrauber für die Kurzstrecke vom BBI aus operieren werden.

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Lufttransportsoldaten beim Entladen der "Trall"
Lufttransportsoldaten beim Entladen der "Trall" (Quelle: Luftwaffe/Michael Bertram)Größere Abbildung anzeigen

Logistisches Drehkreuz bleibt in Köln

Unabhängig von diesem Auftrag bleibt als Kernauftrag des vielseitigen Aufgabenspektrums der Flugbereitschaft BMVg der Transport und die Versorgung der Soldatinnen und Soldaten in den verschiedenen Einsatzländern gleichzeitig weiter bestehen. Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung, den Stab der Flugbereitschaft und das logistisch-militärische Drehkreuz am bisherigen Standort in Köln-Wahn zu belassen, nahe liegend. Die Erfüllung dieses Auftrags erfordert höchsten Einsatz: Der Mechanismus, der mit dem Lufttransport einer Versorgungsladung für Afghanistan in Verbindung steht, löst eine komplexe logistische Kette aus.

Ein Airbus A310 der MedEvac-Version in der Halle umgeben von Rettungsfahrzeugen
Airbus A310 MedEvac-Version (Quelle: Luftwaffe/Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

Besonders die MedEvac-Version mit sechs Plätzen für Intensivpatienten und zusätzlichen 38 Patientenliegen stellt dann eine optimale Versorgung der verletzten oder kranken Passagiere sicher, die in ihrer medizinischen Funktionalität weltweit einzigartig ist. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 steht ein Airbus A310 in dieser MedEvac-Version ständig zur sofortigen Verfügung.

Ein Airbus A310 in der MRTT-Version führt eine Luftbetanktung mit einem Tornado durch
Ein Tornado während der Luftbetankung (Quelle: Luftwaffe/Ulrich Metternich)Größere Abbildung anzeigen

Die Einsatzoptionen dieser MRT-Maschinen werden aber noch erweitert. Um auch die Fähigkeit einer eigenständigen Luftfahrzeugbetankung sicher zu stellen, erhalten die Maschinen einen Rüstsatz Luftbetankung sowie eine rollengerechte Missionsavionik. Damit wandelt sich der Airbus MRT in einen sogenannten MRTT (Multi Role Transporter Tanker). Bislang fehlten der Bundeswehr diese eigenen Tankflugzeuge und insbesondere die Kampfflugzeuge der Luftwaffe mussten – auch bei regulären Überführungsflügen nach Kanada oder in die USA – die Dienste von Tankflugzeugen der NATO-Partner, wie der US-Air Force, in Anspruch nehmen. Mit der Schaffung einer derartigen eigenen Kapazität für die Luftbetankung verringert sich die Abhängigkeit der Bundeswehr von anderen Nationen deutlich und schafft Handlungsspielraum bei nationalen Übungseinsätzen und im multinationalen Einsatz.

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Technische Daten

Technische Daten

Global 5000

Airbus A319CJ

Airbus A340-300 VIP

Länge29,50 m33,84 m62,88 m
Höhe7,60 m11,76 m16,82 m
Spannweite28,60 m34,10 m60,30 m
Startgwewicht max.40,6 t76,5 t271 t
Kabinenhöhe1,91 m2,25 m2,54 m
Passagiere1244142
Reisegeschwindigkeit907 km/h840 km/h880 km/h
Reichweite8.890 km7.410 km13.550 km

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Antrieb

Antrieb

Global 5000

Airbus A319CJ

Airbus A340-300 VIP

2 x Rolls-Royce BR-710A2-202x IAE V2527M-A54 x CFM56-5C4

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Stand vom: 26.03.2010 | Autor:

http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/aktu%3Fyw_contentURL=%2F01DB060000000001%2FW27KNJ2G728INFODE%2Fcontent.jsp.html