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Hilfe für Afghanistan - nicht nur ein Vortrag

Zollernalb-Kaserne Meßstetten, 23.11.2009.
„Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen in Afghanistan – eine deutsche Familie kämpft für Afghanistan“, lautete das Vortragsthema von Oberstarzt a.D. Dr. med. Reinhard Erös, ehemaliger Sanitätsstabsoffizier der Luftwaffe. Gastgeber Oberstleutnant Stefan C.P. Hinz, Standortortältester und Kommandeur des Einsatzführungsbereiches 1, konnte dazu im Albcasino der Zollernalb-Kaserne auf dem Geißbühl zahlreiche Gäste begrüßen.

Begrüßung der anwesenden Gäste
Begrüßung der anwesenden Gäste (Quelle: Luftwaffe/Alfred Sauter)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte Afghanistans

Zu Beginn seines hochinteressanten und emotionsgeladenen Vortrages, erläuterte Dr. Erös den Zuhörern die geschichtliche Entwicklung von Afghanistan. Als neutrales Land war Afghanistan weder am Ersten- noch am Zweiten Weltkrieg beteiligt, spielte auch während des Kalten Krieges keine herausragende Rolle. Mit dem Einmarsch der Roten Armee 1979 trat das Land auf der Weltbühne in Erscheinung. Schnell kam es zum Widerstand gegen die Besatzer. Genau zehn Jahre dauerte der erbitterte Krieg, ehe die Sowjets den Rückzug antraten.

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Die interessierte Zuhörerschaft
Die interessierte Zuhörerschaft (Quelle: Luftwaffe/Alfred Sauter)Größere Abbildung anzeigen

Pausenloser Einsatz

Dr. Erös hatte sich in dieser Zeit von der Bundeswehr beurlauben lassen. Unter schwierigsten Bedingungen und unter Einsatz seines Lebens verfolgte er die sanitätsdienstliche Arbeit zumeist in Höhlen im bergigen Osten Afghanistans. Erschütterndes Fazit nach dem Kriegsende bei der afghanischen Zivilbevölkerung: 1,6 Millionen Tote, zwei Millionen verstümmelte Personen und über sechs Millionen Flüchtlinge. Nach dem Abzug der Sowjets im Jahre 1989 wäre nach der persönlichen Meinung von Dr. Erös der ideale Zeitpunkt für dem Einstieg zum Wiederaufbau Afghanistans gewesen, unter Mitwirkung der westlichen Länder, mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand. Leider aber ließ man das Land nun mehr oder minder allein - mit weitreichenden Folgen, so die Meinung von Dr. Erös.

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Hilfe für Afghanistan tut Not
Hilfe für Afghanistan tut Not (Quelle: Luftwaffe/Herbert Albring)Größere Abbildung anzeigen

Das Rezept der Familie Erös: Kinderhilfe Afghanistan – Bildung statt Fundamentalismus

Als zukunftsgerichtetes Vorhaben, gründete Dr. Erös zusammen mit seiner Frau Annette und seinen fünf Kindern 1998 das Projekt „Kinderhilfe Afghanistan“. Unter dem Motto „Die Tinte des Schülers ist heiliger als das Blut des Märtyrers“, sind mittlerweile 25 Schulen für rund 50.000 Kinder in Pakistan und in der Ostprovinz Afghanistans entstanden. Weitere Großprojekte, wie der Bau eines Waisenhauses in Nangahar, die Errichtung einer Computerschule, eine Werkstätte für Solar-Anlagen oder eine Mutter-Kind-Klinik, sind nur einige Einrichtungen, die die Hilfsorganisation ins Leben gerufen hat. Der durch TV, Radio und Print-Medien bekannte Arzt finanziert seine Projekte ausschließlich aus privaten Spenden. Für sein beispielhaftes Engagement wurde Dr. Erös unter anderem mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland Erster Klasse ausgezeichnet. Kritisch bewertet der ehemalige Sanitätsoffizier die Verwendung der Gelder aus den westlichen Entwicklungsländern für den Wiederaufbau Afghanistans: 70 Prozent davon gingen in den Straßenbau, aber nur zwei Prozent der Bevölkerung besitzt ein Auto.

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Blick in eine ungewisse Zukunft

Nach drei Stunden beendete der 60-jährige Niederbayer seinen imposanten Vortrag. Zum Schluss forderte er mehr Einfühlungsvermögen für die Afghanen und ihre religiös geprägte Kultur. Nur so könne eine nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe gedeihen. Auf keinen Fall aber dürfe man das Land fallen lassen. Mittlerweile ist Dr. Erös wieder in seiner zweiten Heimat Afghanistan, um seine Aufbauarbeit weiter voranzutreiben.

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Weitere Informationen

Weiterführende Links

Stand vom: 23.11.2009 | Autor: Alfred Sauter

http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/aktu%3Fyw_contentURL=%2F01DB060000000001%2FW27Y3C8G937INFODE%2Fcontent.jsp.html