Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe
Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck ist das zentrale Institut der Bundeswehr für die Luft- und Raumfahrtmedizin aller Teilstreitkräfte, bestehend aus sechs Abteilungen
Im Februar 1959 wurde das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe unter Zusammenfassung einer Fliegerärztlichen Untersuchungsstelle und einiger Fach- und Arbeitsgruppen als zentrales Institut für Heer, Luftwaffe und Marine aufgestellt. Die damaligen drei Abteilungen wurden in zwei Schritten durch weitere drei Abteilungen ergänzt, um dann im Rahmen einer neuen organisatorischen Zuordnung – notwendig geworden durch die Einbeziehung des Flugmedizinischen Institutes der damaligen DDR – ab 1995 und einer Modifizierung 2003 in der heutigen Form seine umfassende Zuständigkeit auszuüben. Das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe gehört zum Kommandobereich des Luftwaffenamtes und ist dem Generalarzt der Luftwaffe unterstellt.
Sechs Abteilungen für alle wesentlichen Aufgaben
Die wesentlichen Aufgaben, Untersuchung/Begutachtung, Forschung und Ausbildung werden von sechs Abteilungen an den Standorten Fürstenfeldbruck, Manching, Königsbrück und Bückeburg wahrgenommen. Die sechs Abteilungen werden geführt durch den Leiter und unterstützt durch Controlling, die militärischen Führungsgrundgebiete, IT-Unterstützung, Sprachmittler und Fachinformationsstelle.
Ausbildung von bis zu 500 Ärzten und weiterem Fachpersonal
Die Abteilung "Forschung, Wissenschaft und Lehre" koordiniert – neben der Bearbeitung eigener Projekte – sämtliche Forschungsprojekte des Hauses auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrtmedizin. Eine weitere Komponente dieser Abteilung ist das flugmedizinische Trainingszentrum. Diese Fachgruppe bildet jährlich auf dem Gebiet der Flugmedizin bis zu 500 Ärzte und flugmedizinisches Fachpersonal der Bundeswehr sowie zivile Fliegerärzte in 17 verschiedenen Lehrgängen – seit 2002 auch für "Strat Air MedEvac" – aus. Die Fachgruppe "Medizinische Informatik" stellt durch den Einsatz und Betrieb von speziellen Datenverarbeitungsanlagen und den notwendigen Programmen die umfassende Verwertung aller Arbeitsergebnisse sicher.
Die Abteilung ist auch verantwortlich für das Qualitätsmanagement des Institutes. Die Abteilung "Klinische Flugmedizin" führt mit aufwendigen diagnostischen Verfahren unter Einsatz von acht Facharztgruppen die flugmedizinischen Untersuchungen durch, die für die Begutachtung von fliegendem Personal, Personal des Flugsicherungskontroll- und Einsatzführungsdienstes, Drohnenbedienpersonal und Personal weiterer Tätigkeitsgruppen notwendig sind. Seit 01.05.2003 ist das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe durch Beauftragung des Luftfahrt-Bundesamtes auch als Aeromedical Center (AMC), d.h. als Flugmedizinisches Zentrum, für den zivilen Bereich tätig.
Auswahl mit eigenen Simulatoren
Die Abteilung "Rechtsmedizin und Flugunfallmedizin" wird mit einer Einsatzgruppe im Team von "General Flugsicherheit in der Bundeswehr" bei Flugunfällen tätig und ist u.a. zuständig für alle rechtsmedizinischen Fragestellungen. Sie nutzt dafür vielfältige Untersuchungsverfahren, einschließlich DNA-Analytik. Die Abteilung "Flugpsychologie" wählt Bewerber für den fliegerischen Dienst und weitere Tätigkeiten aus und nutzt dafür aufwendige Verfahren, einschließlich des Einsatzes von Simulatoren, deren Programme selbst entwickelt wurden. Seit 1999 wurde damit sogar das frühere fliegerische Screening auf Piaggio ersetzt. "Critical Incident Stress Management", Kriseninterventionsteams, klinische Psychologie, Ausbildung und Forschung sind weitere Aufgaben.
Enge Zusammenarbeit
Die Abteilung Ergonomie arbeitet in Manching sehr eng mit der Wehrtechnischen Dienststelle für Luftfahrzeuge 61 und dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zusammen. Entwicklung, Erprobung und ergonomische Begutachtung von Flugdienstausrüstung und Rettungssystemen an der Schnittstelle "Mensch – Maschine" ist dort eine zentrale Aufgabe. Die arbeitsmedizinische Betreuung von ca. 1500 Mitarbeitern und die Sicherstellung des fliegerärztlichen Dienstes sind weitere wichtige Aufgaben. Die Abteilung "Flugphysiologie" nutzt in Königsbrück bei Dresden ein hochmodernes Simulationszentrum, wobei die modernste und leistungsfähigste Humanzentrifuge der Welt, die hochdifferenzierte Höhen-Klima-Simulationskammer und ein moderner Disorientierungstrainer herausragen. Die Flugphysiologische Ausbildung ist sehr vielgestaltig, in über 160 Lehrgängen werden jährlich ca. 2000 Lehrgangsteilnehmer ausgebildet. Derzeit wird eine Nachtsicht-Demonstrations- und Trainingsanlage eingerüstet.
Zukunftssicher: Das Flugmedizinische Institut
Für das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe stehen 224 Dienstposten zur Verfügung, 64 Mitarbeiter besitzen einen zivilen Hochschulabschluss. Wegen des Bedarfs der Bundeswehr und der fehlenden Abbildung dafür im zivilen Bereich ist das Flugmedizinische Institut der Luftwaffe zukunftssicher.















