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Abschied nach 25 Jahren Fliegerei und Kameradschaft

Holloman, 19.09.2017.
Nach 25 Jahren wird die Ausbildung auf dem Waffensystem Tornado in der Wüste New Mexicos beendet. Damit geht eine Zeit zu Ende, die nicht nur für Soldaten sondern auch für deren Familien das Leben veränderte. Mit einem feierlichen Appell wurden der Auftrag und somit auch die gute Zusammenarbeit mit der US Air Force in Alamogordo beendet.

Generalmajor Günter Katz bei seiner Ansprache an die Truppe und Gäste.

Generalmajor Günter Katz bei seiner Ansprache an die Truppe und Gäste. (Quelle: Luftwaffe/Alexander Bozic, Valerie Ungefug)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandeur Fliegende Verbände des Luftwaffentruppenkommandos, Generalmajor Günter Katz, beendete am 19.09.2017 offiziell die Ausbildung künftiger deutscher Kampfflugzeugführer auf dem Waffensystem PA 200 Tornado in den USA mit einem feierlichen Appell.

General Katz erklärte den Anwesenden, warum es zum Ende des deutschen Auftrages in den USA kam.

General Katz erklärte den Anwesenden, warum es zum Ende des deutschen Auftrages in den USA kam. (Quelle: Luftwaffe/Alexander Bozic, Valerie Ungefug)Größere Abbildung anzeigen

Im Schwerpunkt wurde in den vergangen 21 Jahren die Waffensystemausbildung (WST) Tornado und die weiterführende Qualifizierung zum Fluglehrer und Waffenlehrer durchgeführt. Aber auch Um-/Rückschulungen auf das Kampfflugzeug Tornado oder Lehrgänge zur fortgeschrittenen Taktik-Schulung wurden angeboten. Insgesamt wurden hier über 1.200 Lehrgangsteilnehmer ausgebildet.

Das Ende einer langen Freundschaft: Zukünftig werden deutsche Tornadopiloten nicht mehr im amerikanischen Luftraum ausgebildet.

Das Ende einer langen Freundschaft: Zukünftig werden deutsche Tornadopiloten nicht mehr im amerikanischen Luftraum ausgebildet. (Quelle: Luftwaffe/Alexander Bozic, Valerie Ungefug)Größere Abbildung anzeigen

Der Ausbildungsauftrag wurde bereits am 1. April 2017 vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ am Standort Schleswig in Teilen übernommen. Zukünftig werden die „51er“ diesen Auftrag als einziger Verband in Deutschland weiterführen.

Seit Mai 1992 nutzte die Luftwaffe die Holloman Air Force Base (AFB) für ihre fliegerische Ausbildung. Damals noch auf dem Waffensystem F-4 Phantom, wurde die Ausbildung 1996 auf den Jagdbomber Tornado erweitert. Die Ausbildung auf der Phantom wurde 2004 eingestellt. Die Kampfflugzeuge Tornado und das Personal des Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe verlegen nun von der Holloman AFB in New Mexico, USA zurück nach Deutschland.

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Das Ende einer Ära

Mit dem Abzug der deutschen Luftwaffe endet auch eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der US Air Force auf der Holloman AFB, die dort ebenso künftige Kampfpiloten und Führer unbemannter Luftfahrzeuge ausbilden. Aber es sind nicht nur die Soldaten die Abschied nehmen, sondern auch die deutschen Familien, die in Alamogordo für viele Jahre ihre Heimat fanden, wie Generalmajor Günter Katz in seiner Ansprache hervorhob.

Es wurde auch der außerordentlichen Hingabe, Motivation und Professionalität des Teams in Holloman gedankt. Seit der Entscheidung zur Schließung Anfang 2016 wurden, so Katz, mit stetig reduziertem Personal dennoch drei Basisausbildungen WST, die Veranstaltung zu 20 Jahren fliegerischer Ausbildung auf dem Waffensystem Tornado, das 21. und damit das letzte Oktoberfest mit 8.000 Gästen bewältigt. Dieser Leistung gilt ein großes Lob und Anerkennung, so Katz. Diesen Teamgeist des „Team Holloman“ gilt es bis zur endgültigen Schließung in 2019 beizubehalten.

Beim Einmarsch der deutschen Truppenfahne erhoben sich ehrerweisend alle amerikanischen und deutschen Gäste.

Beim Einmarsch der deutschen Truppenfahne erhoben sich ehrerweisend alle amerikanischen und deutschen Gäste. (Quelle: Luftwaffe/Alexander Bozic, Valerie Ungefug)Größere Abbildung anzeigen

Die Umstände, die letztendlich zur Schließung des Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe geführt haben, entstammen dem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld. Ein stetig steigendes militärisches Engagement in der Welt auf der einen Seite und die sinkende Anzahl von Luftfahrzeugen und die damit verbundene geringere Anzahl von Flugschülern auf der anderen Seite. Dies erfordert eine Bündelung der Ressourcen in den Heimatverbänden.

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Enge Zusammenarbeit von Deutschen und Amerikanern

Oberstleutnant Wolters betonte, wie auch Katz und Breidenbach, wie gut die Zusammenarbeit mit den Amerikanern lief.

Oberstleutnant Wolters betonte, wie auch Katz und Breidenbach, wie gut die Zusammenarbeit mit den Amerikanern lief. (Quelle: Luftwaffe/Alexander Bozic, Valerie Ungefug)Größere Abbildung anzeigen

In Ihren Ansprachen waren sich die Kommandeure Generalmajor Katz, Oberst Breidenbach und Oberstleutnant Wolters einig. Sie alle würdigten die Solidarität der Gastgebernation USA mit der deutschen Luftwaffe und die hervorragende Integration der Deutschen in die Gesellschaft und in die Region. Man arbeite eng zusammen und genießt die großartige Unterstützung, woraus letztendlich auch viele deutsch-amerikanische Freundschaften entstanden. Alle Redner richteten ihren Dank an die Amerikaner für 25 Jahre Gastfreundschaft.

Für die Angehörigen des Verbandes und deren Familien geht hiermit erfolgreich ein Kapitel zu Ende. Darauf können sie dienstlich mit Stolz und privat mit vielen Erlebnissen an ihre Zeit im sonnigen Südwesten der USA zurückblicken.

An den Feierlichkeiten nahmen nicht nur deutsche und amerikanische Vertreter des Militärs teil. Es kamen auch hochrangige Persönlichkeiten aus der Politik und Gesellschaft. Unter anderem Dara Parker, Field Representative for US Senator Martin Heinrich; Rene Romo, Field Representative for US Senator Tom Udall; Senator Ron Griggs für den Staat New Mexico; der Generalkonsul Thomas H. Meister des deutschen Generalkonsulats in Houston und Richard Boss, Bürgermeister der Stadt Alamogordo.

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Stand vom: 06.10.17 | Autor: Sven Korthaus, Armin Trost


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