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Der kleine Giftzwerg kann auch anders

Laupheim, 11.04.2018.

Kaliber 7,62mm und 50 Schuss pro Sekunde – „durchschlagende“ Argumente. Das Maschinengewehr M134D-H wird derzeit für die Nutzung im leichten Mehrzweck-Hubschrauber H145M getestet.

Das MG6 erweitert das modulare Waffensystem des H145M LUH SOF.
Das MG6 erweitert das modulare Waffensystem des H145M LUH SOF. (Quelle: Luftwaffe/Jerg Maier)Größere Abbildung anzeigen

Und damit können nun die Tactical Operators (TacOps) der H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) „argumentieren“. Verantwortlich dafür ist das von Dillon Aero produzierte Maschinengewehr M134D-H. Basis dafür ist das bewährte M134, das aber mit leichten Titanbauteilen für den Einsatz in Luftfahrzeugen modifiziert wurde. Die nach dem Gatling-Prinzip (6 rotierende Rohre, rechtsdrehend) arbeitende Waffe verschießt das gebräuchliche NATO-Kaliber 7,62 x 51mm mit einer festen Kadenz von 3.000 Schuss pro Minute.

Die weit hinausreichende Lafette erlaubt einen enormen Schwenkbereich.
Die weit hinausreichende Lafette erlaubt einen enormen Schwenkbereich. (Quelle: Luftwaffe/Jerg Maier)Größere Abbildung anzeigen

Die Lafette kann komplett ins Innere des Hubschraubers geschwenkt werden, dadurch kann der Hubschrauber mit geschlossenen Türen fliegen. Seinen Einsatzort erreicht der H145M mit einer Maximalgeschwindigkeit von 268 Stundenkilometern. Ist die Lafette ausgefahren, kann der Tactical Operator (TacOp) den vollen Schwenkbereich der Waffe ausnutzen. Dazu steht der Waffenbediener auf den Kufen des Hubschraubers und ist mittels Stehhaltegurt am Luftfahrzeug  gesichert.

Der Rohrantrieb und die Munitionszuführung werden über eine externe Stromversorgung angetrieben. Nur so entsteht die schnelle Anlaufzeit von 0,5 Sekunden. Der H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces) kann wahlweise mit ein oder zwei Maschinengewehren ausgestattet werden. Bis zu 4.000 Schuss Munition werden von den im Heck eingerüsteten Munitionsbehältern über flexible Gurte der Waffe zugeführt.

Die Munitionszuführung erfolgt elektrisch von den im Heck eingerüsteten Munitionskisten.
Die Munitionszuführung erfolgt elektrisch von den im Heck eingerüsteten Munitionskisten. (Quelle: Luftwaffe/Jerg Maier)Größere Abbildung anzeigen

Die bei dieser Kadenz anfallende Flut von Patronenhülsen wird über ein ebenfalls flexibles Rohr nach unten vom Hubschrauber weggeleitet. Bis zu 1.200 Meter beträgt die Kampfentfernung. Eine spezielle Optik und der Einsatz von Leuchtspurmunition unterstützen dabei den Schützen.

Das flexible Rohr an der linken Waffenseite leitet die Patronenhülsen nach unten ab.
Das flexible Rohr an der linken Waffenseite leitet die Patronenhülsen nach unten ab. (Quelle: Luftwaffe/Jerg Maier)Größere Abbildung anzeigen

Die Waffe wird derzeit bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching geprüft. Somit dürfte der zeitnahen Zulassung der Waffe für den H145M nichts im Wege stehen. Die Aufrüstung der H145M mit dem bei der Bundeswehr als MG6 eingeführten M134D-H gliedert sich nahtlos in die Erfolgsgeschichte des Mehrzweckhubschraubers ein.


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Stand vom: 11.05.18 | Autor: Jerg Maier


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