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Eurofighter aus Neuburg schützen das Baltikum

Neuburg, 27.08.2018.

Rund 180 Soldaten, die zu großen Teilen aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 74 stammen, verlegen für die Verstärkung des so genannten Air Policing Baltikum bis Anfang Januar auf den Militärflugplatz Ämari.

Die deutsche Luftwaffe beteiligt sich seit Anfang September wieder an der NATO-Schutzmission im Baltikum, um von Estland aus den Luftraum zu sichern. Rund 180 Soldaten, die zu großen Teilen aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 74 stammen, verlegen für die Verstärkung des so genannten Air Policing Baltikum bis Anfang Januar auf den Militärflugplatz Ämari, bevor sie vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus dem ostfriesischen Wittmund abgelöst werden. „Mit der Intervention in der Ostukraine und der Annexion der Krim 2014 durch Russland ist klar: Die NATO muss an der östlichen Flanke verstärkt Präsenz zeigen“, kommentierte der Staatskanzleiminister Florian Herrmann beim Verabschiedungsappell auf der Neuburger Basis den Einsatz.

Staatskanzleiminister Florian Herrmann, MdB Reinhard Brandl und Kommodore Oberst Früh auf dem Weg zum Verabschiedungsappell.
Staatskanzleiminister Florian Herrmann, MdB Reinhard Brandl und Kommodore Oberst Früh auf dem Weg zum Verabschiedungsappell. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen
Beim Verabschiedungs-appell mit dabei: viele Medienvertreter.
Beim Verabschiedungs-appell mit dabei: viele Medienvertreter. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen

Die Mission ist Teil der NATO-Maßnahmen, die einen einheitlichen Schutz des Luftraums über dem gesamten Bündnisgebiet garantieren. Estland, Lettland und Litauen sind im Jahr 2004 der Nato beigetreten, besitzen aber keine Kampfflugzeuge, um den eigenen Luftraum zu schützen. Seit 14 Jahren stellen NATO-Staaten daher abwechselnd Kräfte für diese Aufgabe bereit. Bisher haben sich 17 unterschiedliche Nationen bereit erklärt, diesen Auftrag gemeinschaftlich zu übernehmen. Deutschland war von Beginn an Teil dieser Mission.

Es ist schon der fünfte Einsatz

Der Kommodore Oberst Thomas Früh erklärte, dass Neuburgs Fliegender Verband erstmals im Jahr 2005 – damals noch mit der Phantom F-4F - teilgenommen hat, 2009, 2014 und 2016 mit dem Waffensystem Eurofighter. Somit ist es für den oberbayerischen Verband in den kommenden Monaten der fünfte Einsatz im Baltikum. Die ersten zwei Einsätze erfolgten vom litauischen Flughafen Šiauliai, alle weiteren aus dem estnischen Ämari. Seit Beginn der Mission gleichgeblieben ist der Auftrag, das sogenannte Air Policing. „Das ist im Grunde genommen vergleichbar mit dem QRA-Auftrag in Neuburg, aber die Vorgehensweise ist im Detail doch anders“, betont der Kommandeur der Fliegenden Gruppe, Oberstleutnant Swen Jacob. Er ist als erster Kontingentführer bereits in Ämari, sitzt selbst öfters im Cockpit und erklärt den Unterschied. „Während bei QRA-Einsätzen über der Heimat meistens zivile Flugzeuge mit fehlender Funkverbindung identifiziert werden oder ihnen bei Luftnotlagen geholfen wird, so sind es über dem baltischen Luftraum meistens militärische Maschinen aus der russischen Föderation“.

Rund um die Uhr in Bereitschaft

QRA steht für das englische Quick Reaction Alert, wobei die Flugzeuge rund um die Uhr in Bereitschaft stehen und bei Alarmierung in spätestens 15 Minuten in der Luft sein müssen. Für die Verstärkung Air Policing Baltikum sind in diesem Jahr fünf Neuburger Eurofighter in Ämari stationiert. Für die Alarmrotte werden zwei Jets benötigt, die verbleibenden Luftfahrzeuge dienen als Ersatz. Mit dabei sind neben den Piloten, Fachleute aus der Wartung, Instandsetzung und das Unterstützungspersonal. Während die Aufgaben für das Bodenpersonal mit den Arbeiten im Heimatverband vergleichbar sind, müssen die Piloten für diese Flüge ein spezielles „Mission Readiness Training“ im Simulator absolvieren. Das Personal wechselt sich in den vier Monaten ab. Der Kontingentführer Swen Jacob wird Anfang November von seinem Stellvertreter Oberstleutnant Sören Richter abgelöst.

Oberstleutnant Sören Richter (von rechts) erklärte den politischen Gästen MdB Reinhard Brandl und Staatskanzleiminister Florian Herrmann den Einsatz.
Oberstleutnant Sören Richter (von rechts) erklärte den politischen Gästen MdB Reinhard Brandl und Staatskanzleiminister Florian Herrmann den Einsatz. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen

Vor zwei Jahren absolvierte das Taktische Luftwaffengeschwader 74 etwa 30 „scharfe“ Einsätze in vier Monaten, bei denen moderne russische Kampf-, Transport- oder Aufklärungsflugzeuge identifiziert wurden. Bis Ende August erfüllten im Baltikum Luftwaffenkräfte aus Spanien, Frankreich und Portugal den NATO-Auftrag. Jetzt sind die Verbände von Belgiern (Šiauliai) und Deutschen (Ämari) verantwortlich. „Ich danke den Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffengeschwaders 74 in Neuburg an der Donau, dass sie sich an der Überwachung des Luftraums beteiligen und so mithelfen, Frieden und Sicherheit zu erhalten. Für die Menschen im Baltikum sind sie Garanten der Freiheit. Kommen Sie wohlbehalten wieder zurück in die Heimat“, betonte Staatskanzleiminister Herrmann.

Der A400M wird in Neuburg mit Material für die VABP beladen.
Der A400M wird in Neuburg mit Material für die VABP beladen. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen
Mehrere Tonnen Material wurden mit dem Vorkommando mit dem A400M nach Ämari transportiert.
Mehrere Tonnen Material wurden mit dem Vorkommando mit dem A400M nach Ämari transportiert. (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 04.09.18 | Autor: Xaver Habermeier


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