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Die Herausforderungen aus Sicht des Exercise Director

Laage, 12.10.2018.

Brigadegeneral Andreas Hoppe ist der Bereichsleiter Luft im Luftwaffentruppenkommando in Köln. Als Exercise Director leitet er die Leistungsvergewisserung 2018 (LVGEx 18) vor Ort. Zur Halbzeit des Kernübungszeitraums gibt er einen ersten Einblick in die gewonnenen Erkenntnisse.

Herr General, welche Ziele verfolgt die Luftwaffe mit dieser Übung?

Brigadegeneral Hoppe im Gespräch mit Objektschützern.
Brigadegeneral Hoppe im Gespräch mit Objektschützern. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)Größere Abbildung anzeigen

„Das übergeordnete Übungsziel der LVGEx 18 ist es, zu erproben, in wie weit die existierenden Konzepte und Verfahren für die Verlegung, den Betrieb und die Versorgung sowie für den Einsatz der NRF-Kräfte (NATO Response Force) unter Friedensbedingungen von einem Standort in Deutschland in einem LV/BV Szenario (Landes- und Bündnisverteidigung) passend und ausreichend anwendbar sind. Hierzu haben wir ein Einsatzkontingent bestehend aus Objektschutzkräften des Objektschutzregimentes aus Schortens, Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ aus Nörvenich, Tornados des Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus Büchel, dem A400M des Lufttransportgeschwader 62 aus Wunstorf und einem Tankflugzeug A-310 der Flugbereitschaft aus Köln-Wahn zusammengestellt. Bei dieser Übung stellen die zu beachtenden Regelungen des Friedensbetriebes - im Gegensatz zu einem TACEVAL oder OPEVAL - keine Übungskünstlichkeit dar, sondern sind die realistische Grundlage des Szenarios.“

Worauf kommt es bei der Übung an?

„Um möglichen Anpassungs- und Verbesserungspotenzial in den Konzepten, Verfahren, Vorschriften und Regelungen identifizieren zu können, ist es zwingend erforderlich, dass sich alle an den Führungs- und Entscheidungsabläufen Beteiligten an die geltenden Verfahren und Abläufe halten. Nur so kann das übergeordnete Übungsziel, die Führungs- und Einsatzverfahren für LV/BV für den Einsatz der Luftwaffe von einer DEU MOB (Main Operating Base) aus weiter zu entwickeln und zu verifizieren, erreicht werden.“

Beladung eines Eurofighter mit Übungsmunition.
Beladung eines Eurofighter mit Übungsmunition. (Quelle: Luftwaffe/Emily Krüger)Größere Abbildung anzeigen

Welche Erkenntnisse haben Sie aus der ersten Woche gewonnen?

„Unsere Soldatinnen und Soldaten arbeiten hier hochmotiviert an der Erfüllung ihrer Aufträge. Eine große Herausforderung sowohl für die Übungsleitung als auch für das Einsatzkontingent ist allerdings, dass alle Beteiligten es seit vielen Jahren gewohnt sind, trotz oft unzureichender personeller und materieller Ressourcen, trotz Einschränkungen in der Infrastruktur und, falls erforderlich, auch ohne etablierte Verfahren stets die Aufträge zu erfüllen - insbesondere im Einsatz und bei Übungen und Überprüfungen. Dort werden regelmäßig mit hohem Engagement, Eigeninitiative, Erfahrung und Professionalität Wege gesucht, um das Unmögliche doch möglich zu machen. Das ist ein Markenzeichen des Team Luftwaffe und so besteht die Luftwaffe auch jederzeit in allen Einsätzen.“

Zum Umschlag des Materials setzt das Objektschutzregiment auch schweres Gerät ein.
Zum Umschlag des Materials setzt das Objektschutzregiment auch schweres Gerät ein. (Quelle: Luftwaffe/Emily Krüger)Größere Abbildung anzeigen

Wie wirkt sich dieser Einsatzwille auf die Übung aus?

„Leider ist diese herausragende Einstellung hier in Teilen kontraproduktiv, denn nur das explizite Anwenden bestehender Regelungen hilft, den notwendigen Änderungsbedarf zu identifizieren - selbst wenn schnell klar wird, dass diese Verfahren eben nicht zum Ziel führen. Dies erfordert bei allen Beteiligten ein Umdenken, auf das immer wieder hingewiesen werden muss.“ Aber, stellt der Exercise Director mit einem Schmunzeln fest „dieses ‚Defizit‘ spricht ja eigentlich für die Truppe.“


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Stand vom: 17.10.18 | Autor: Toni Dahmen


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