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Von der Raketenschule der Luftwaffe (RakSLw) zum Taktischen Aus– und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen mit Weiterentwicklungsaufgaben USA (TaktAusbWbZ FlaRakLw USA)

EL Paso, Texas, 14.02.2017.
Die 60-jährige Geschichte der Deutschen in El Paso begann am 2. Januar 1956, als die ersten deutschen Lehrgangsteilnehmer, Oberleutnant Ebne und Oberleutnant Boettcher, dem damaligen US-Schulkommandeur, Brigadegeneral Albert G. Franklin, eine deutsche Fahne überreichten. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch Heeressoldaten, die in Fort Bliss ausgebildet wurden.

Doch schon ein Jahr später kamen die ersten Luftwaffensoldaten nach El Paso. Die Dienststelle „Deutscher Luftwaffenflugabwehrverbindungsstab Fort Bliss" wurde am 9. November 1957 geschaffen. Der Verbindungsstab sollte die Grundlagen für die Ausbildung deutscher Flugabwehrsoldaten bei der US-Army Anti Aircraft Artillery and Guided Missile School, Fort Bliss, Texas – aus der später die heutige US-Army Air Defense Artillery School (USAADASCH) hervorging – verhandeln, vorbereiten und dann diese Ausbildung sowohl administrativ als auch durch Sprachmittler unterstützen.

Im Januar 1958 begann das sogenannte „Package Training“ am FlaRak-Waffensystem Nike für das Schlüsselpersonal, der neu aufgestellten, mit dem FlaRak-Waffensystem Nike ausgerüsteten Verbände. Bis zum Abschluss dieser Ausbildungen im Dezember 1961 wurden das Wartungs- und Bedienerpersonal für die FlaRak-Bataillone 21 bis 26 ausgebildet.

Die Ausbildung erfolgte am „eigenen“ Waffensystem, welches nach Abschluss der Ausbildung durch die jeweiligen Verbände übernommen, verpackt und in Deutschland zum Aufbau und zur Herstellung der Einsatzbereitschaft in den FlaRak-Stellungen empfangen wurde. Krönender Abschluss der „Package Trainings“ war der scharfe Schuss auf der benachbarten McGregor Range während eines Annual Service Practice (ASP).

Dieses „Package Training“ wurde ab 1961 auch für das Hawk- Personal übernommen und mit dem ASP-Schießen des FlaRakBtl 39 im August 1965 abgeschlossen.

Generalmajor George T. Powers III gratuliert dem damaligen Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Werner Panitzki, nach der Indienststellung der Raketenschule der Luftwaffe USA.

Generalmajor George T. Powers III gratuliert dem damaligen Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Werner Panitzki, nach der Indienststellung der Raketenschule der Luftwaffe USA. (Quelle: Luftwaffe/Archiv TAWZ)Größere Abbildung anzeigen

Der 8. Juli 1966 stellt einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Deutschen Soldaten in den USA dar. Der damalige Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Panitzki, stellte an diesem Tag die Raketenschule der Luftwaffe USA (RakSLw USA) in Dienst. Die Raketenschule der Luftwaffe wurde von Aachen nach Fort Bliss verlegt. Der RakSLw USA waren sechs Inspektionen an den Standorten Fort Bliss in Texas, Fort Sill in Oklahoma und im Redstone Arsenal in Alabama unterstellt. Dort wurden deutsche Luftwaffensoldaten in den verschiedenen Funktionen an den Waffensystemen Nike, Hawk und Pershing ausgebildet.

Von 1966 bis 2005 wurde der Auftrag der Raketenschule der Luftwaffe mehrfach verändert. Grundsätzlich aber stand die waffensystembezogene taktische und technische Aus- und Weiterbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften im Mittelpunkt.

Tiefgreifende Veränderungen ergaben sich aus der Umrüstung vom Waffensystem Nike auf das softwaregestützte, hochleistungsfähige Waffensystem Patriot Mitte der 80er Jahre.

Zur Aufnahme des Ausbildungsbetriebs am neuen Waffensystem Patriot waren in den späten 80er Jahren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich.

Zur Aufnahme des Ausbildungsbetriebs am neuen Waffensystem Patriot waren in den späten 80er Jahren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. (Quelle: Luftwaffe/Archiv TAWZ)Größere Abbildung anzeigen

Die Einführung des modernen, softwaregesteuerten FlaRak-Waffensystems Patriot mit seiner Fähigkeit zur Bekämpfung von taktisch-ballistischen Flugkörpern und die Einführung des Surface-to-Air-Missile Operations Center (SAMOC) waren Marksteine für die anstehenden, grundlegenden Änderungen der Taktik und der Operationsführung des Luftverteidigungseinsatzes. Mit Patriot war erstmals der LV-Einsatz gegen taktisch-ballistische Flugkörper möglich. Die Ausbildung am Waffensystem HAWK wurde im Dezember 2003 eingestellt.

Die Personalstärke der Raketenschule der Luftwaffe USA am Standort Fort Bliss betrug bis Mitte der 80er Jahre durchschnittlich 300 Mann Stammpersonal. Zusammen mit den Lehrgangsteilnehmern und den Familienangehörigen befanden sich zu Spitzenzeiten rund 2000 deutsche RakSLw-Angehörige in Fort Bliss und El Paso.

Die Indienststellung des Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrums Flugabwehrraketen der Luftwaffe USA am 1. April 2005.

Die Indienststellung des Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrums Flugabwehrraketen der Luftwaffe USA am 1. April 2005. (Quelle: Luftwaffe/Archiv TAWZ)Größere Abbildung anzeigen

Die RakSLw USA wurde zum 31. März 2005 aufgelöst und am 1. April 2005 als das Taktische Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen der Luftwaffe mit Weiterentwicklungsaufgaben USA neu aufgestellt.

Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde 2011 entschieden, die verbleibenden Kräfte der FlaRakLw in einem Verband, dem FlaRak-Geschwader 1 in Husum, zusammenzufassen. Folglich wurde das Taktische zum 1. April 2013 dem FlaRak-Geschwader 1 truppendienstlich unterstellt.

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Stand vom: 07.03.17 | Autor: Peter Breuer


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