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MRCA PA-200 Tornado

Das Multi Role Combat Aircraft Tornado ist ein trinational entwickeltes allwetterfähiges zweisitziges Kampfflugzeug, das ab 1980 von Deutschland, Großbritannien und Italien in die Streitkräfte eingeführt wurde und von den Nationen in unterschiedlichen Rollen genutzt wird.

Die Auslieferung der ersten Tornados an die Bundeswehr begann im Jahr 1981 und wurde 1992 mit der Übergabe des letzten Tornado ECR abgeschlossen. Ausgeliefert wurden insgesamt 357 Luftfahrzeuge an die Luftwaffe und Marine.

Infolge der seit 1989 veränderten sicherheitspolitischen Lage sowie der künftigen Abdeckung des Fähigkeitsspektrums Luftangriff durch das Waffensystem Eurofighter, wird die Luftwaffe den Bestand an Tornados in den nächsten Jahren auf 85 Waffensysteme reduzieren. An den, im Rahmen der Reduzierung, nicht mehr benötigten Luftfahrzeugen führt die Luftwaffe vor der Ausphasung eine Hochwertteilgewinnung durch. Tornados, welche im Bestand der Luftwaffe verbleiben, durchlaufen eine Nutzungsdauerverlängerung und erforderliche Modernisierungsprogramme um in zukünftigen Szenarien weiterhin erfolgreich bestehen zu können.

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Beschreibung

Besonderes Merkmal des Tornado ist sein hohes Eindringvermögen durch seine exzellente Fähigkeit zum Tiefstflug in Baumwipfelhöhe in Verbindung mit einer hohen Flexibilität in der Konfiguration der Bewaffnungsmöglichkeiten und Reichweite. Das Geländefolgeradar TFR (TFR = Terrain Following Radar) ermöglicht einen dem Geländeprofil angepassten extremen Tiefflug, in 60 Meter Höhe bei nahezu jeder Wetterlage. Der Autopilot übernimmt dabei die Steuerung. Im reinen Sichtflug und bei manueller Steuerung kann die Flughöhe bis auf 30 Meter weiter verringert werden. Aufgrund seiner fortschrittlichen und hochentwickelten Flugsteuerungs-, Navigations-/ Missions- und Waffenrechneravionik in Verbindung mit einem sehr effektiven Selbststschutzsystem erreicht der Tornado insbesondere unter Bedrohung dabei eine hohe Zielgenauigkeit und Durchsetzungsvermögen.

Die Einsatz- und Ausbildungsverbände der Luftwaffe verfügen über insgesamt 85 Tornados. Grundsätzlich teilt sich die deutsche Tornado- Flotte in den Jagdbomber IDS (Interdiction Strike), und den TORNADO ECR (Electronic Combat and Reconnaissance) auf. Von den IDS ist ein Teil speziell zur optischen und Infrarot- Aufklärung befähigt (TORNADO Recce).

Der IDS-Tornado ist die Basisversion des Jagdbombers. Er ist für die Unterstützung der Bodentruppen aus der Luft (auch „Luftnahunterstützung“), die Gefechtsfeldabriegelung (Verhindern von Eintreffen neuer Bodentruppen) und den Luftangriff auf feindliche Einrichtungen und Stellungen tief im Raum des Gegners befähigt. Der IDS-Tornado führt umfangreiche Mittel und Ausrüstungen zur Selbstverteidigung mit.

Die ECR Version wurde auf Forderung der Luftwaffe aus der IDS- Variante entwickelt. Der ECR dient zur Lokalisierung, Identifizierung und gegebenenfalls Bekämpfung von Radaranlagen und radargesteuerten Luftverteidigunggssystemen. Das Emitter Location System, kurz ELS, lokalisiert und identifiziert Radargeräte. Ein gegnerisches Radargerät kann dann mit sogenannten „High Speed Antiradiation Missiles“ (kurz, HARM) bekämpft werden.

Der IDS -Tornado bildet auch die Basis für die Aufklärungsversion RECCE. Die Aufklärungssensoren (optisch und Infrarot) werden in einem Behälter unter dem Rumpf des Luftfahrzeuges mitgeführt.

Seit dem Jahr 2009 verfügt die Luftwaffe über das digitale Aufklärungssystem „RecceLite“. Mit dem Einsatz des „RecceLite“ kann eine deutlich höhere Qualität der Aufklärungsergebnisse und eine verbesserte Auswertemöglichkeit erzielt werden. Darüber hinaus ist eine Echtzeitübertragung der Aufklärungsergebnisse im Flug an die Bodenstation möglich. „RecceLite“ ist in der Lage, hochauflösendes digitales Bildmaterial bei Tage und Nacht mit Hilfe von Infrarot- und optischen Sensoren aus niedrigen und mittleren Höhen zu sammeln und dabei eine signifikante Reduzierung der Gefährdung der Tornado-Besatzungen zu erzielen.

Die Tornado-Verbände

Verband

OrtVersion

Taktisches Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann"

Jagel Tornado ECR

Taktisches Luftwaffengeschwader 33

BüchelTornado IDS

Die Tornado-Ausbildungsverbände
VerbandOrtVersion
Fliegerisches Ausbildungszentrum der LuftwaffeHolloman AFB, USATornado IDS
Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffen Abteilung SüdKaufbeurenTornado IDS

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Technische Daten

Abmessungen
Länge17,23 m
Höhe5,95 m
Spannweite bei 25 Grad Pfeilung13,91 m
Spannweite bei 67 Grad Pfeilung8,56 m
Flügelfläche bei 25 Grad Pfeilung31 m²
Gewichtsangaben
Leergewicht14.010 kg
Maximales Startgewicht28.500 kg

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Bewaffnung

IDS
BordkanoneBK-27mm Mauser
Luft-LuftAIM-9L Sidewinder, IRIS-T
Luft-BodenBallistische Bomben
(gebremst und ungebremst)
MK-82, MK-83, MK-84, MATRA
Laser gelenkte Bomben, Laser Zielbeleuchter und Luft-Boden Lenkflugkörper
GBU-24, GBU-54, AGM-88B HARM, Taurus KEPD 350, Kormoran 2
ECR
Luft-LuftAIM-9L Sidewinder, IRIS-T
Luft-BodenBallistische Bomben
(gebremst und ungebremst)
MK-82, MK-83, MK-84
Laser gelenkte Bomben, Laser Zielbeleuchter und Luft-Boden Lenkflugkörper
GBU-54, AGM-88B HARM
Reece Light Pod
Recce
BordkanoneBK-27mm Mauser
Luft-LuftAIM-9 Sidewinder, IRIS-T
Luft-BodenReece Light Pod

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Antrieb

Der Tornado verfügt über zwei Turbo-Union RB199-34R Triebwerke in den Versionen MK 103 (IDS) bzw. MK 105 (ECR), die jeweils einen Schub von etwa 37,0 – 41, 0 kN ohne Nachbrenner und 67,0 – 69,0 kN mit Nachbrenner erzeugen. Die Triebwerke wurden für hohen Schub bei niedrigem Verbrauch im Tiefstflug entwickelt. Im Tiefflug erreicht der Tornado eine Geschwindigkeit von bis zu Mach 1,3.

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Stand vom: 15.04.16


http://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.waff.jets.torn