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Frisian Flag: Multinationale Übung auf Hochtouren

Leeuwarden, Niederlande, 12.04.2018.

Sieben Nationen mit 70 Luftfahrzeugen üben seit einer Woche im niederländischen Leeuwarden. Ziel dieser Übung ist das Trainieren komplexer, multinationaler Luftkriegsoperationen.

Unter der Leitung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ aus Wittmund nehmen 150 Soldaten und zivile Mitarbeiter an der multinationalen Übung Frisian Flag 2018 in Leeuwarden teil. Zurzeit sind rund 1.000 zusätzliche Soldaten verschiedener Nationen und weitere 70 Kampflugzeuge vor Ort. Unterstützt wird das Geschwader mit fliegendem Personal aus Neuburg und Nörvenich.

Eine Schrift auf dem Fliegerhorst Leeuwarden benennt die Region Friesland.
Leeuwarden liegt im Herzen von Friesland, Holland. (Quelle: Luftwaffe/Uwe Cremer)Größere Abbildung anzeigen

Etwa 100-mal am Tag starten Luftfahrzeuge der teilnehmenden Nationen Richtung  Übungsgebiet. Trainiert wird vom niederländischen Luftraum über die Deutsche Bucht bis hinauf nach Dänemark. Neben der deutschen Luftwaffe nehmen Streitkräfte aus Spanien, Frankreich, Polen, USA, Niederlande und England an der Übung teil.

Zwei Eurofighter rollen zum Start.
Die Richthofener auf dem Weg zum Take Off. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

Was ist das Ziel dieser Übung?

Ziel dieser Übung ist das Training komplexer, multinationaler und streitkräfteübergreifender Luftkriegsoperationen. Das heißt, dass unterschiedliche NATO-Staaten, Luftfahrzeuge nach Leeuwarden senden und die Besatzungen zusammen planen, briefen, fliegen und debriefen. Am Ende steht die verbesserte Zusammenarbeit am Boden, in der Luft und in der Planung von komplexen Operationen.

Trainiert wird hoch über den Wolken

Zu Beginn eines jeden Tages versammeln sich die in der sogenannten Air Task Order (ATO) benannten Teilnehmer in zwei Planungsräumen. Es gibt eine BLUE AIR Force (eigene Kräfte) und eine RED AIR Force (feindliche Kräfte). In der ATO wird ein BLUE-Mission Commander (MC) festgelegt. Dieser teilt seiner bis zu 40 Jets starken Flotte verschiedene Aufgaben zu. Es gibt die Aufgaben, als Bomber zu fliegen, als Jagdbomber, als Jäger oder als Luftnahunterstützung. Die Ziele und Aufgaben können dabei sehr unterschiedlich sein. In einigen Missionen verhält man sich defensiv, wobei Ziele am Boden und in der Luft geschützt werden müssen. In anderen Missionen hingegen verhält man sich offensiv und muss bestimmte Ziele im „Feindesland“ angreifen.

Ein Eurofighter startet während im Hintergrund eine F-16 zu sehen ist.
Eurofighter startet ins Übungsgebiet. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

Innerhalb von vier Stunden wird nun ein an das vorgegebene Szenario angepasster Plan erarbeitet. Dieser wird dann im Flug in die Tat umgesetzt. „Nach erfolgreicher Landung wird im Debriefing alles nachbesprochen und man zieht seine Lehren aus der Mission, um sich das nächste Mal zu verbessern“, erklärt ein Hauptmann, der Einsatzstabsoffizier ist und für den Einsatz der Luftfahrzeugbesatzungen während der Übung verantwortlich ist.

Die Eurofighter stehen vorbereitet und abgedeckt für die nächste Startphase bereit.
Geschafft: Die zweite Runde kann beginnen. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

Das gesamte Personal legt Hand an

Doch nicht nur vom fliegenden Personal, sondern auch von den Technikerinnen und Technikern wird viel erwartet. So bleibt zwischen der ersten und der zweiten Startphase nur wenig Zeit, um die insgesamt acht Luftfahrzeuge vom Typ Eurofighter wieder „klar“ zu machen. Das klappt nur, wenn vom Techniker bis zum Tankwagenfahrer alles professionell läuft. „Eine große Besonderheit hier in Leeuwarden ist es sicherlich, dass wir nicht wie am Heimatstandort über eine sehr große Infrastruktur verfügen. Hier sitzen alle Fachgruppen eng zusammen, was die Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen deutlich verbessert. Auch die Tatsache, dass wir die Luftfahrzeuge direkt vor der Haustür stehen haben, ermöglicht es uns in kurzer Zeit auf Besonderheiten zu reagieren“, so Major Daniel Pechmann, Führer Technik.

Wartungscrews arbeiten an den Eurofightern, die in einer Linie abgestell sind.
Wartungscrews bereiten die Maschinen für die Startphase vor. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

Längere Flugzeiten durch fliegende Tankstellen

Auch in diesem Jahr findet wieder eine Luftbetankungsübung während Frisian Flag statt.

Neben einer niederländischen KDC-10 liefern weiterhin eine französische C-135R, eine italienische KC-767, eine amerikanische KC-135 sowie ein Airbus A310 MRTT der Flugbereitschaft aus Köln, Kerosin aus der Luft. Während einer Mission versorgen bis zu drei Tankflugzeuge die beteiligten Kampfjets mit Treibstoff im Übungsgebiet, um die Flugzeiten entsprechend zu verlängern.

Vor dem Hintergrund internationaler Einsätze an Konfliktherden weltweit, werden eine enge Zusammenarbeit und gemeinsames Training zwischen Staffeln und Nationen immer wichtiger. Regelmäßige Übungen wie Frisian Flag und European Air Refueling Training (EART) leisten dazu einen wichtigen Beitrag.

Ein Eurofighter wird im Flug über einen Schlauch mit Treibstoff betankt.
Luftbetankung eines Eurofighters. (Quelle: Luftwaffe/Joris van Boven)Größere Abbildung anzeigen

Wittmund führt die Hochwertübung

Auch der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 “Richthofen“, Oberstleutnant Kai Ohlemacher, machte sich vor Ort ein Bild vom Verlauf und hebt die Wichtigkeit dieser Übung hervor. „Die Schwerpunkte dieser Übung sind zum einen auf der taktischen Ebene zu sehen. Hier ist im Besonderen die Aus- und Weiterbildung unserer Besatzungen zu nennen. Ein weiterer Schwerpunkt ist für mich auch, dass wir als aufwachsender Verband hier die Möglichkeit haben, unter unserer Führung eine solche Hochwertübung zu organisieren, durchzuführen und in letzter Konsequenz auch nachzubereiten“, betonte der Kommodore.

Ein Wart steht vor einem Eurofighter und zeigt dem Piloten durch Zeichen die Rollrichtung an.
Eine Maschine wird nach der Landung durch einen Wart eingewiesen. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

Verbindungssoldaten ermöglichen gute Zusammenarbeit

Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit den holländischen Streitkräften. So wurde im Vorfeld jeder teilnehmenden Nation ein Verbindungssoldat zur Seite gestellt. „Egal, ob es um Stromaggregate, anderes Material  oder um organisatorische Dinge geht, wir haben immer einen Ansprechpartner, auf den wir uns verlassen können. „Das macht vieles einfacher und erspart sehr viel Zeit“, sagte Hauptmann Joachim Janßen, Projektoffizier und Führer Vorkommando.

Das Bild zeigt die Triebwerke der in einer Reihe aufgestellter Eurofighter. Ein Techniker schaut in ein Triebwerk.
Triebwerküberprüfung durch einen Techniker. (Quelle: Luftwaffe/Frank Loger)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 04.05.18 | Autor: Reimund Wilms und Uwe Cremer


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