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Die europäische Luftbetankungsflotte nimmt Fahrt auf

Eindhoven/Niederlande., 09.04.2019.

Schon bald wird Europa eine eigene Tanker-Flotte besitzen. Mit der Aufstellung der MMF, der „Multinational MRTT Fleet“, gehen in diesem Jahr fünf europäische NATO-Mitgliedsländer dafür eine Kooperation ein. Stützpunkte werden Eindhoven und Köln sein.

Auch in der Luftbetankung wird Europa einheitlicher.
Auch in der Luftbetankung wird Europa einheitlicher. (Quelle: Luftwaffe/Danilo Schlag)Größere Abbildung anzeigen

Die moderne militärische Luftfahrt funktioniert nicht ohne Luftbetankung. Nahezu jede Luftwaffe in Europa hat eigene Kapazitäten zur Luftbetankung ihrer Transport- und Kampfflugzeuge, die jetzt multinational genutzt werden sollen. Den Anfang machten Luxemburg und die Niederlande. Denn schon im November 2014 wurde in Luxemburg ein Vertrag zum Start der Beschaffung einer multinationalen Tanker-Flotte unterschrieben.

Die Niederlande benötigte Ersatz für die beiden KDC-10-Tanker und übernahm die Führung bei der Definition der zu beschaffenen Luftfahrzeuge. So kam es zu der Entscheidung, zunächst zwei Flugzeuge vom Typ A330 zu kaufen. Eine Option über den Kauf von bis zu sechs weiteren Exemplaren ermöglichte den Einstieg weiterer Länder, deren Bedarf bereits absehbar war.

Ein Eurofighter und ein Tornado werden von einer britischen A330 MRTT „Voyager“ betankt.
Ein Eurofighter und ein Tornado werden von einer britischen A330 MRTT „Voyager“ betankt. (Quelle: Airbus/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Die Flugzeuge vom europäischen Flugzeughersteller Airbus sollten in der Konfiguration MRTT geliefert werden. MRTT sind „Multi Role Tanker Transport“-Flugzeuge, die als Transporter für Material und Personal, zur Luftbetankung und auch für den Patiententransport verwendet werden können. Und die „Multinational MRTT Fleet“ (MMF) wuchs schnell.

Deutschland ist seit 2017 dabei

Die Verteidigungsministerinnen der Mitgliedsländer Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Norwegen.
Die Verteidigungsministerinnen der Mitgliedsländer Niederlande, Deutschland, Luxemburg und Norwegen. (Quelle: NATO/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Deutschland und Norwegen unterzeichneten am 29. Juni 2017 die Verträge zur Beteiligung an der MMF. Durch die Verdopplung der Mitgliedsländer wurde auch die Kapazität des Projektes um fünf neue A330 MRTT, mit der Zusatzoption auf vier weitere, erhöht. Die bis dato sieben bestellten Flugzeuge, die formell und vertraglich der NATO gehören, werden durch exklusive Rechte zur Nutzung durch die finanzielle und personelle Beteiligung den Anteilsländern im Verhältnis zum geleisteten Beitrag zur Verfügung stehen.

Als fünfter Teilnehmer unterschrieb Belgien im Februar 2018 den Vertrag zur Teilhabe. Deshalb wurde auch die Beschaffung eines achten A330 MRTT beschlossen. Zusätzlich wurde festgelegt, dass die Flugzeuge die Fähigkeit besitzen sollen, Lenkflugkörper mit Infrarot-Suchköpfen abzuwehren.

Eindhoven und Köln sind Stützpunkte der neuen Tanker

Eine britische A330 MRTT „Voyager“ betankt einen Airbus A400M.
Eine britische A330 MRTT „Voyager“ betankt einen Airbus A400M. (Quelle: Royal Air Force /Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Die Flugzeuge werden hauptsächlich auf dem Flughafen Eindhoven in den Niederlanden stationiert, der als Main Operating Base (MOB) fungieren wird. Hinzu kommt der militärische Teil des Flughafens Köln/Bonn als Forward Operating Base (FOB). Die Auslieferung der bisher bestellten acht Flugzeuge A330 MRTT wird für den Zeitraum 2020 bis 2024 erwartet.

Den ersten Flug eines für die MMF vorgesehenen Flugzeugs gab es bereits am 28. November 2018. Der „MMF-1“ hob von der Startbahn des Airbus-Werks in Getafe in Spanien in Richtung Großbritannien ab, wo er im Anschluss lackiert werden sollte. Es wird erwartet, dass dieses erste von acht Tankflugzeugen im Mai 2020 ausgeliefert werden kann. Das erste deutsche Personal als Teil der MMF nimmt bereits jetzt seinen Dienst in Eindhoven auf.


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Stand vom: 09.04.2019 | Autor: Maurice Heck


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