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Luftwaffe hilft bei riesigem Waldbrand in Lübtheen

Brandenburg, 01.07.2019.

Wieder ist die Luftwaffe bei Waldbränden gefordert. Zwei CH-53 helfen derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, um einen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Rund 430 Hektar bei Lübtheen sind betroffen. Auch ein Tanklaster aus Laage ist im Einsatz.

Wieder brennen Wälder, wieder unterstützt die Luftwaffe. Die Löschflüge müssen genau koordiniert werden.
Wieder brennen Wälder, wieder unterstützt die Luftwaffe. Die Löschflüge müssen genau koordiniert werden. (Quelle: Luftwaffe/Johannes Heyn)Größere Abbildung anzeigen

In Berlin riecht es verbrannt. Wer heute Morgen in der Hauptstadt die Fenster für Frischluft und Abkühlung öffnete, dem schlug beim Aufstehen gleich ein strenger Geruch in die Nase. Grund dafür ist ein riesiger Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern. Die Winde treiben Ruß und Asche bis nach Berlin hinein

Die Waldbrände bedrohen die Ortschaften.
Die Waldbrände bedrohen die Ortschaften. (Quelle: Luftwaffe/Kai Friedrich)Größere Abbildung anzeigen

Der Waldbrand ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim am vergangenen Freitag ausgebrochen. Die Behörden gaben zunächst Entwarnung und teilten mit, das Feuer sei gelöscht. In der Nacht auf Montag brach der Brand aber erneut aus. Betroffen sind inzwischen 430 Hektar Waldgebiet. Nun unterstützt auch die Luftwaffe und fliegt Löschflüge.

Der Wasserbehälter „Smokey“ kann 5.000 Liter Wasser aufnehmen.
Der Wasserbehälter „Smokey“ kann 5.000 Liter Wasser aufnehmen. (Quelle: Luftwaffe/Klaus-Dieter Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Wasser marsch: „Smokey“ wirft 5.000 Liter Wasser ab

Beim Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) aus Holzdorf/Schönewalde herrscht Alarmbereitschaft. Die Techniker treffen letzte Vorbereitungen. Zwei CH-53 sollen gleich in die Luft aufsteigen und Löscheinsätze fliegen. Die Piloten setzen sich in die Hubschrauber. Jetzt fliegen sie ins rund 222 Kilometer entfernte Einsatzgebiet, um die rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz bei der Löschung des Brandes zu unterstützen.

Die Bevölkerung wird dringend gebeten, das Waldgebiet nicht zu betreten. Da es sich bei dem Gebiet um eine munitionsbelastete Fläche handelt, besteht ein Sicherheitsabstand von 1.000 Metern. Mehrere Dörfer, darunter Alt Jabel und die Ortschaft Jessenitz/Werk, wurden bereits geräumt. Die Bewohner mussten aufgrund der hohen Gefahr durch das Feuer ihre Häuser verlassen. Insgesamt sind rund 500 Menschen von den Evakuierungen betroffen. Sie wurden in umliegende Dörfer, wie beispielsweise Neu Kenzlin, untergebracht. Dort wurden Versorgungsstellen für die betroffenen Bewohner eingerichtet.

Immer wieder knallt es laut. Es explodiert Munition, die dort noch liegt. Im Laufe des Tages wird mit auffrischendem Westwind gerechnet, der die Ausbreitung des Feuers begünstigen soll. Der Sicherheitsabstand gilt auch für die Rettungskräfte. Weder die zivilen, noch die militärischen Kräfte können näher als 1.000 Meter an das Feuer heran. Die CH-53 werden deshalb genutzt, um Wasser an den Brandrändern abzuwerfen, wie Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim erklärt. Eine weitere Ausbreitung des Feuers soll so verhindert werden.

„Für den Einsatz der beiden CH-53 sind wir wahnsinnig dankbar“, erklärt Bonin. „Es ist sehr hilfreich und eine unglaublich gute Geschichte.“ Wann der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann, könne er momentan nicht sagen. „Besonders die Winde verstärken den Brand noch einmal.“ Die rund 5.000 Liter Wasser, die eine CH-53 mit dem Löschbehälter „Smokey“ abwerfen kann, sind nun dringend nötig.

Wasser marsch! Hilfe aus der Luft ist bei Waldbränden wichtig.
Wasser marsch! Hilfe aus der Luft ist bei Waldbränden wichtig. (Quelle: Luftwaffe/Johannes Heyn)Größere Abbildung anzeigen

Es wird befürchtet, dass es sich um den größten Waldbrand der vergangenen 30 Jahre handelt. Die Behörden ermitteln nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier auch wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Auch das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ (TaktLw 73) aus Laage schickt zur Unterstützung einen Tanklastwagen. Er soll unter anderem die zivilen Feuerwehrwagen betanken und so die Einsatzdauer verlängern. Zusammen mit den CH-53 hofft man so, das Feuer im Verbund mit den zivilen Kräften so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen und eine Ausbreitung zu verhindern. Zudem unterstützen auch ein Bergepanzer „Büffel“ vom Panzergrenadierbataillon 401 aus Hagenow und ein Pionierpanzer Dachs aus Havelberg bei der Waldbrandbekämpfung.

Aus der Luft können die Brandherde gezielt bekämpft werden.
Aus der Luft können die Brandherde gezielt bekämpft werden. (Quelle: Luftwaffe/Johannes Heyn)Größere Abbildung anzeigen

Auch in Brandenburg flog die Luftwaffe Löschflüge

Schon am vergangenem Donnerstag waren die Soldaten und Soldatinnen aus Holzdorf im Einsatz. In Wiesenau bei Frankfurt/Oder entstand ein Waldbrand mit rund 100 Hektar Fläche. Dort flog die Besatzung mit einer CH-53 acht Löschangriffe mit dem Behälter „Smokey“.

Das Wasser wurde dabei aus einem See unmittelbar neben dem Flugplatz der Stadt Eisenhüttenstadt entnommen. Insgesamt ließ die Crew 40.000 Liter Wasser über dem betroffenen Gebiet ab. Gegen 19.30 Uhr war das Feuer erfolgreich bekämpft und die CH-53 kehrte zum Heimatflugplatz Holzdorf zurück. Zu erwarten ist, dass die Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern nun deutlich mehr Löschangriffe fliegen muss, um das Feuer unter Kontrolle zu kriegen.

Im vergangenem Jahr wurden bereits bei einem großen Waldbrand in Klausdorf in der Nähe von Berlin insgesamt 68 Löschangriffe geflogen, bei denen 340.000 Liter Wasser abgeworfen wurden.

Mehr Informationen:

Für mehr Informationen kommen sie HIER auf die Informationsseite des SKB.


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Stand vom: 08.07.2019 | Autor: Steve Reutter


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