Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Begriffserklärungen > J bis L 

J bis L

Begriffserklärungen - von J wie Joint Operations Area bis L wie Luftüberlegenheit

Joint Operations Area (JOA)

Definierter geographischer Raum, der einem Joint Force Commander zur Durchführung des Verbundenen Einsatzes der Streitkräfte zugewiesen wird. Er ist zeitlich begrenzt, wird für einen bestimmten Auftrag von einem NATO SC oder RC festgelegt und ist mit den Nationen und mit dem Nordatlantikrat (NAC) oder dem Militärausschuss (MC) abgestimmt. Die JOA kann Land-, Luft- oder Seeräume umfassen. In der JOA trägt ein militärischer Führer die Verantwortung für die Planung und Durchführung eines Einsatzes auf operativer Ebene.

nach oben

Kampfkraft

Die personelle und materielle Stärke von Verbänden:

  • Die Art ihrer Ausrüstung
  • Der Grad ihrer Beweglichkeit
  • Der Stand der Versorgung
  • Die Leistungsfähigkeit ihrer Führungsmittel

Über diese messbaren Faktoren hinaus wirken sich der Kampfwille der Soldaten, die Befähigung des Führers, der Stand der Ausbildung und der Zustand der Truppe wesentlich auf die Kampfkraft aus.

nach oben

Konfliktbeendigung (termination)

Konfliktbeendigung bezieht sich auf den Aspekt der Beendigung militärischer Operationen bei gleichzeitiger Sicherung des Erreichten. Bereits vor Entsendung militärischer Kräfte in ein Operationsgebiet muss eine Vorstellung davon entwickelt worden sein, wie aus dem Endzustand und den dazu gehörigen militärischen Bedingungen, in einen Nachfolgezustand übergegangen werden kann, der das Erreichte sichert. Sie ist damit keine allein militärisch zu lösende Aufgabe.

nach oben

Kontingentführer

Er ist höchster truppendienstlicher Vorgesetzter grundsätzlich aller deutscher Soldaten in einem Einsatzgebiet, über den das Leitführungskommando die deutschen Kräfte außerhalb Deutschlands führt. Der Kontingentführer nimmt die Aufgaben des Nationalen Befehlshabers im Einsatzgebiet in Personalunion wahr.

nach oben

Kontrolle über den Luftraum

Freiheitsgrad des eigenen Wirkens im Luftraum. Der erstrebte Grad der Kontrolle über den Luftraum reicht vom Herstellen und Erhalten einer günstigen Luftlage über die zeitlich oder räumlich begrenzte Luftüberlegenheit bis zur uneingeschränkten Luftherrschaft.

nach oben

Krisenbewältigung

Maßnahmen zur internationalen Konfliktverhütung und zur Wahrung oder Wiederherstellung der internationalen Stabilität. Krisenbewältigung beruht auf einer gesicherten rechtlichen Grundlage und findet im organisatorischen Rahmen der NATO, der WEU/EU oder in entsprechenden Ad-hoc-Koalitionen statt.

Das neue strategische Konzept der NATO trägt mit den "non-Article 5 Crisis Response Operations" der Krisenbewältigung im besonderen Maße Rechnung. Im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der WEU/EU tragen die "Petersberg Aufgaben" (humanitäre Aufgaben, Rettungseinsätze, friedenserhaltende- und friedensschaffende Einsätze) zur zivilen und militärischen Konfliktprävention sowie Krisenbewältigung bei.

nach oben

Lead-Nation-Prinzip

Organisationsform eines multinationalen Großverbandes bzw. Stabes (Headquarters), der von einer Nation geführt wird. Der Stab ist grundsätzlich aus Personal der Lead Nation zusammengesetzt. Einzelne Dienstposten können zusätzlich durch Personal einer anderen oder mehrerer anderer Nationen besetzt werden. In der NATO wird der Begriff Lead-Nation-Prinzip gleichermaßen auch verstanden als Wahrnehmung und Koordination einer logistischen Aufgabe einer Nation in ihrem funktionalen oder regionalen Verantwortungsbereich für andere Nationen.

nach oben

Luftherrschaft

Grad der Kontrolle über den Luftraum, der es Streitkräften einer Seite gestattet, Operationen ungehindert durch Luftstreitkräfte der anderen Seite durchzuführen und diese Handlungsfreiheit den Streitkräften der anderen Seite verwehrt. Luftherrschaft ist die höchste der drei definierten Stufen der Kontrolle über den Luftraum.

nach oben

Luftkriegsmittel

Fliegende, see- und landgestützte Waffensysteme, Kampfmittel oder sonstige Mittel, die optimiert sind, in den Luftraum hinein, im Luftraum oder aus dem Luftraum heraus zu wirken. Luftkriegsmittel werden traditionell in der Luftwaffe organisatorisch zusammengefasst. Darüber hinaus verfügen andere Teilstreitkräfte ebenso über Luftkriegsmittel.

nach oben

Luftraumordnung

System von Organisationen, Mitteln und Verfahren zur Ordnung des Luftraums, das in Krisen und im Krieg dazu dient, den Einsatz aller Nutzer des Luftraums über dem Einsatzgebiet räumlich und zeitlich so aufeinander abzustimmen, dass eine größtmögliche Wirksamkeit bei gleichzeitig geringster gegenseitiger Gefährdung erzielt wird. Die Befugnis zur Ordnung des Luftraumes wird jeweils einem Befehlshaber übertragen, der die Nutzung durch die Land-, Luft- und Seestreitkräfte im zugewiesenen Luftraum regelt (Airspace Control Authority).

nach oben

Luftstreitkräfte

Zusammenfassung von Kräften und Mitteln regulärer Streitkräfte, die für den Einsatz in und aus der Luft optimiert sind. Luftstreitkräfte umfassen mehr als nur die Kräfte und Mittel einer Nation, sie sind im Einsatz in der Regel multinational zusammengesetzt. Luftstreitkräfte sind auch national nicht zwingend identisch mit dem Organisationsbereich Luftwaffe. So sind z.B. die Kräfte und Mittel der Heeresflieger oder der deutschen Marinefliegergeschwader für den Einsatz in und aus der Luft optimiert, sie gehören aber nicht zum Organisationsbereich Luftwaffe.

nach oben

Luftüberlegenheit

Grad der Kontrolle über den Luftraum, der es Streitkräften einer Seite ermöglicht, für einen bestimmten Zeitraum und/oder in einem bestimmten Teil des Raumes Operationen ohne nachhaltige Einwirkung durch Luftstreitkräfte der anderen Seite durchzuführen und diese Handlungsfreiheit den Streitkräften der anderen Seite verwehrt.

Luftüberlegenheit ist die mittlere der drei definierten Stufen der Kontrolle über den Luftraum.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 25.11.13


https://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.serv.begr.jbisl