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Die Sicherung des Luftraums

Sobald zu einem Flugzeug längere Zeit kein Funkkontakt hergestellt werden konnte, oder es seine geplante Flugroute verlassen hat, steigen zwei Kampfjets vom Typ Eurofighter in die Luft, um die Lage aufzuklären. Eine der "Quick Reaction Alert"-Alarmrotten ist im Herzen Bayerns beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg stationiert. Im Ernstfall sind sie die Ersten, die reagieren. Sie sind binnen weniger Minuten in der Luft und an Ort und Stelle. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr sind sie in Bereitschaft, die Quick Reaction Alert "Interceptor" (QRA "I") der Luftwaffe. Eine zweite ist in Wittmund stationiert - zusammen sichern sie den Luftraum Deutschlands.

Immer Einsatzbereit
Immer Einsatzbereit (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Das Einsatzspektrum der QRA "I" ist jedoch um ein vielfaches größer. So ist der Hauptgrund für einen Einsatz meist ein Pilotenfehler, oder ein technisches Problem am aufzuklärenden Flugzeug. Die Jets rücken aus, um Piloten Hilfestellungen zu geben und geleiten sie gegebenenfalls zu dem nächst gelegenen Flugplatz. Aber auch wenn ein Pilot die Orientierung verloren hat, oder unbeabsichtigt in gesperrten Luftraum eingedrungen ist, rücken die Jets aus, um die Lage zu klären.

Die Alarmkette

Zwei Eurofighter im Flug
Zwei Eurofighter im Flug (Quelle: Luftwaffe/Stefan Petersen)Größere Abbildung anzeigen

In den Control und Reporting Centern (CRC) der zwei Einsatzführungsbereiche der Luftwaffe wird der deutsche Luftraum überwacht. Bei einem Eindringen eines unbekannten Objektes in den Luftraum, unplanmäßiger Veränderung von Flugrouten,Verlust des Funkkontaktes oder Luftnotlagen, wird entweder das Combined Air Operations Center (CAOC) der NATO in Uedem oder das Nationale Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NLFZ SiLuRa) benachrichtigt. Militärische Bedrohungen liegen in Verantwortung der NATO, mögliche terroristische Bedrohungen aus der Luft liegen in nationaler Verantwortung und werden im NLFZ SiLuRa bearbeitet.

Die Bundeswehr, die Bundespolizei als Vertreter des Bundesministers des Inneren (BMI) und ein Vertreter der Deutschen Flugsicherungs GmbH (DFS) als Vertreter des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) arbeiten hier Schulter an Schulter im 24 Stunden Dauereinsatzbetrieb.

An den Standorten Wittmund und Neuburg befinden sich sogenannte Alarmrotten, bestehend aus je zwei Abfangjägern des Typs Eurofighter, die durch das diensthabende CRC alarmiert werden. Das CRC wiederum wird, je nach Lage, durch das CAOC oder das NLFZ SiLuRa geführt. Im CRC führt dann ein Jägerleitoffizier die Alarmrotte zu dem Flugobjekt, um zunächst eine Sichtidentifizierung durchzuführen. Bleibt die Lage auch nach der Herstellung des Sichtkontaktes zur Maschine ungeklärt oder ist ein terroristischer Hintergrund nicht auszuschließen, wird durch das NLFZ SiLuRa der Inspekteur der Luftwaffe unmittelbar informiert, der wiederum die Bundesministerin der Verteidigung einbezieht.

Vorbereitet für den Ernstfall

Die Quick Reaction Alert "Interceptor" (QRA "I") der Luftwaffe
Die Quick Reaction Alert "Interceptor" (QRA "I") der Luftwaffe (Quelle: Luftwaffe/Stefan Petersen)Größere Abbildung anzeigen

Alarmiert wird die Besatzung der QRA "I" durch einen Hupton. Im Normalfall haben die Piloten 15 Minuten Zeit, bis sie mit ihren Maschinen in der Luft sein müssen. Jedoch kann die Zeit verkürzt werden. Bei zehn Minuten sitzen die Piloten schon im Cockpit, bei fünf sind sie bereits auf der Startbahn. Abhängig ist dies von der Einstufung der Gefahrenlage.

Regelmäßig wird für den Ernstfall geprobt. Bei sogenannten "Tango-Scrambles" wird der Einsatz "eins zu eins" simuliert. Dagegen bezeichnet man "Alpha-Scrambles" als den Ernstfall. In beiden Fällen sind die Piloten nicht die einzigen, die in Bereitschaft sind. Das Bereitschaftsteam besteht ständig aus fünf Technikern im QRA selbst und einer Vielzahl weiterer Personen. Dazu gehören unter anderem der Geschwadergefechtsstand, die Fliegerhorstfeuerwehr, der Fliegerarzt und die Besatzung von Tower und Radaranlage. Insgesamt sind etwa 50 Personen rund um die Uhr vorbereitet für den Ernstfall.


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Stand vom: 28.11.17 | Autor: Patrick Matzken


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