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„Fliegen war mein Kindheitstraum“

Holzdorf, 09.08.2010.

„Schon als kleiner Junge träumte ich davon Pilot zu werden. Mein Traum konkretisierte sich in meiner Abiturzeit, als ich über einen Wehrdienstberater zwei Praktika bei fliegenden Verbänden absolvierte.“

NH90 auf dem Flugplatz Penzing
NH90 auf dem Flugplatz Penzing (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Abitur begann der gebürtige Baden-Würtemberger Jens Kobald die Offizierlaufbahn im fliegerischen Dienst der Luftwaffe. Das Offizierpatent der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) in Fürstenfeldbruck in der Tasche habend, absolvierte er am gleichen Standort theoretische Grundlagenausbildung, bevor er an die Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg versetzt wurde, wo er die praktische Hubschrauberführergrundausbildung (HGA) erfolgreich durchlief. Nach 42 Flugstunden mit dem Hubschraubertyp BO 105 sowie jeweils real und im Simulator 60 Flugstunden auf dem Typ EC 135 hatte er sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Was hier in wenigen Zeilen im Zeitraffer zusammengefasst ist, dauerte tatsächlich mehrere Jahre. Mittlerweile ist Jens Kobald zum Oberleutnant avanciert und trägt die Pilotenschwinge – er hatte es geschafft.

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Vom Flugschüler zum Hubschrauberführer

Oberleutnant Kobald
Oberleutnant Kobald (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Nichtsdestotrotz stand die größte Herausforderung noch bevor: Im bayrischen Penzing wurde er anschließend ein Jahr lang auf den Einsatzhubschrauber Bell UH-1D umgeschult. „Nach diesem Training fühlt man sich fast schon mit dem Hubschrauber verwachsen“, erinnert sich Oberleutnant Kobald. Die Versetzung zur Lufttransportgruppe Lufttransportgeschwader 62 in Holzdorf erfolgte im Jahr 2007. Im neuen Verband schloss sich mit dem sogenannten „Taktiklehrgang“ der nächste Ausbildungsabschnitt an. Hier wurde vor allem das Fliegen unter Feindbedrohung und das Transportieren von Personen und Gegenständen per Außenlast und Winde trainiert.

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Umschulung auf den NH 90

Im Flugsimulator
Im Flugsimulator (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Mit der geplanten Einführung des neuen Hubschraubers NH90 war Oberleutnant Kobald schnell klar, dass er als einer der ersten Luftfahrzeugführer der Luftwaffe die fliegerische Ausbildung für den neuen Hubschraubertyp NH90 absolvieren wollte.Nach einer dreiwöchigen Theoriephase schließt sich die fliegerische Ausbildung im Simulator an. Der Abschnitt umfasst neben den Basisverfahren Start, Landung, Platzrunden und Notverfahren bereits erste taktische Verfahren. Obwohl der Truppe erst die eingeschränkten Versionen NH90 Interim Operational Capability (IOC und IOC+) zur Verfügung stehen, ist bereits ein immenser technischer Fortschritt gegenüber dem Waffensystem Bell UH-1D zu erkennen, denn der NH 90 fliegt wirklich „in einer anderen Liga“:Trotz seiner Größe ist der Hubschrauber sehr wendig und mit 320 Stundenkilometer immerhin 100 Stundenkilometer schneller als seine Vorgängerin, die Bell UH-1D. Ein digitalisiertes Cockpit mit fünf Monitoren lässt die analogen Instrumente der Bell UH-1D schnell vergessen. Die Steuereingaben werden über ein vierfach redundantes „Fly-by-Wire-System“ übertragen und ermöglichen über den Autopiloten einen Strecken- und Schwebeflug auch ohne manuelles Eingreifen des Piloten. Wetterradar, FLIR und Selbstschutzanlage mit Radar-Warngerät und Ausstoßgerät für Täuschkörper erweitern das Einsatzspektrum gegenüber der Bell UH-1D.

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„Trockentraining“ am Standort

Nachbesprechung des Simulatorfluges
Nachbesprechung des Simulatorfluges (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Neben dem realen Flugbetrieb mit dem NH90 wurde ein hochmoderner Flugsimulator am Standort errichtet. In diesem Simulator hat die Zukunft bereits begonnen. Mittels neuester Darstellungstechnik wird die gesamte Mission fliegerisch vorgeplant und die Flugdaten anschließend elektronisch an das NH90-Simulatorcockpit weitergegeben. Acht Projektoren liefern daraufhin ein realistisches Bild mit einem annähernd naturgetreuen Sichtfeld. So sind nahezu perfekte Nachtflugsimulation genauso projezierbar wie ein Seeflug mit Landungen auf diversen Schiffen - zu jeder Tageszeit und bei jedem Seegang.

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Keine Routine

Der NH 90 bei einer Rettungsübung
Der NH 90 bei einer Rettungsübung (Quelle: NHIndustries/)Größere Abbildung anzeigen

Wer als Hubschrauberpilot tätig ist, wird sich über ausreichend Abwechslung nicht beklagen können – im Gegenteil: „Für mich stellte die Gebirgsflugeinweisung während der Ausbildung ein besonderes Highlight dar“, erzählt Oberleutnant Kobald. Gerne erinnert er sich auch an einige Übungen in Frankreich, die immer wieder einen besonderen Anreiz für Piloten darstellen. Der sympathische Offizier blickt erwartungsvoll in die Zukunft: „Ich freue mich darauf, im Cockpit eines NH90 meinen Dienst verrichten zu dürfen und meine erlernten Fähigkeiten unter Beweis zu stellen“. Stichwort: Erlernte Fähigkeiten. Wenn der geregelte Dienst sein Ende gefunden hat, dann zieht es Kobald an den heimischen Kochtopf, um seine Lebensgefährtin kulinarisch zu verwöhnen. Denn ausgerechnet Kochen ist seine Passion, für die er sicher keinen Simulator braucht…

 

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Stand vom: 28.11.17 | Autor: Klaus Hubmann


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