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Hohe Geest I/2012

Munster, 14.05.2012.

Mit der Großübung „Hohe Geest“ trainiert das Flugabwehrraketengeschwader 1 „Schleswig-Holstein“ regelmäßig das Verlegen und Herstellen der Einsatzbereitschaft seiner Staffeln aus den Heimatstandorten Husum und Stadum.

Auf der A7 fährt der Fahrzeugtross in Richtung Boostedt zum ersten Halt
Auf der A7 fährt der Fahrzeugtross in Richtung Boostedt zum ersten Halt (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)

Der Truppenübungsplatz „Munster Süd“ in der Lüneburger Heide bildete, aufgrund seiner großräumigen Übungsflächen, nach 2009 wieder Ziel der Verlegung. Schwerpunkt dieser Übung war die taktische Luftverteidigung unter Nutzung des Kommunikationsnetzes „Software Einsatzführung Flugabwehrraketen“ (SWEF) und des Datentransportnetzes (DTN). 550 Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 “S-H“ verlegten mit 366 Fahrzeugen im Straßenmarsch in das Feldlager Trauen, um im Szenario eines bewaffneten Konflikts zweier Nationen dem Bündnispartner beizustehen. Vom Feldlager Trauen verlegten die einzelnen PATRIOT-Staffeln aus den Flugabwehrraketengruppen 25 und 26 am nächsten Morgen in die vier im Vorfeld erkundeten Stellungsbereiche des Übungsgeländes. Das Luftraumüberwachungsradar (LÜR) der Flugabwehrgruppe verlegte ebenfalls in die für es vorgesehene Position.

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Jeder Handgriff muss sitzen

Das beladen der Startgeräte mit neuen Kanistern wird geübt
Das beladen der Startgeräte mit neuen Kanistern wird geübt (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)Größere Abbildung anzeigen

In den Stellungen war Teamarbeit gefragt. Die PATRIOT-Startgeräte wurden auf einer großen Freifläche des Übungsplatzes für die Anbindung an den Gefechtsstand vorbereitet und abschließend getarnt. Jeder Handgriff der Startgerätebesatzung musste sitzen, denn nur so ist eine schnelle Einsatzbereitschaft gewährleistet. Nach einer Stunde waren die Staffeln mit ihrem gesamten Equipment fast unsichtbar in der Heidelandschaft verschwunden. Alle Stellungen melden ihre Einsatzbereitschaft an den Geschwadergefechtsstand der sich im Feldlager Trauen befand. Über die folgenden vier Übungstage wurden verschiedene Szenarien aus dem verantwortlichen Steuerkopf (White-Cell) eingespielt. Im Vordergrund stand die Erprobung des DTN und der SWEF, die die operationelle Funktion und Abfolge zwischen den Einheiten sicherstellt. Zusätzlich wurde das erst kürzlich vom Heer an die Luftwaffe übergebene LÜR mit in die Übung integriert und bewährte sich als zusätzliche Stütze im Datenverbund. Die Datenanbindung zum übergeordneten Luftverteidigungsgefechtsstand wurde zum Deployable Command and Reporting Center (DCRC) Schönewalde sichergestellt. Für die Luftverteidigungsübung der Waffensysteme und der Feuerleitbesatzungen flogen Zieldarstellungsflugzeuge der Unternehmen „GFD“ und „E.I.S.-Aircraft“ in den Wirkungsbereich der PATRIOT Stellungen. Konzentriert arbeiteten die Kampfbesatzungen in ihren Kabinen jede Luftbedrohungslage ab.

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Üben und Vertiefen

Das Lichtwellenleiterkabel muss über 600m zum Gefechtsstand verlegt werden
Das Lichtwellenleiterkabel muss über 600m zum Gefechtsstand verlegt werden (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)Größere Abbildung anzeigen

Neben der Überprüfung der vernetzten Operationsführung nutzten die Ausbilder der Staffeln die Gelegenheit, im Verlauf der Übung technische Ausbildungsinhalte für junge Soldaten in für sie neuer Umgebung zu üben und zu vertiefen. In der Stellung Delta (Soldaten der FlaRakGrp 25) wurde das Beladen der Startgeräte mit neuen Kanistern geprobt. Ein Vorgang, der im Heimatverband in vertrauter Umgebung geübt wird, aber auch unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz und auf Übungen reibungslos klappen muss. Während die meisten Soldaten im Feldlager Trauen untergebracht wurden, campierten auch Soldaten in Zelten auf einem Biwakplatz, um dort zusätzlich einsatzvorbereitende Ausbildungen zu bekommen. Die 2. Staffel der FlaRakGrp 26 führte eine intensive Ausbildung auf der Konstanzbahn durch. Hier mussten die Soldaten, ähnlich wie in einem Kletterpark, in großen Höhen, Strecken auf Seilen oder schmalen Mauern überwinden. Viele Hindernisse waren dabei nur gemeinsam im Team zu bewältigen.

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Versorgung der Truppe

Giros und Fladenbrot werden in der Feldküche zum Mittag vorbereitet
Giros und Fladenbrot werden in der Feldküche zum Mittag vorbereitet (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)Größere Abbildung anzeigen

Für die Versorgung der Truppe sorgten eine Feldküche, 15 Köche sowie 10 Soldatinnen und Soldaten als Unterstützungspersonal. Unter Leitung von Hauptfeldwebel Olaf Freiherr erfolgte dies rund um die Uhr. Neben der Feldküche konnte die Küchencrew bei dieser Übung auch auf einen modernen Geschirrspülcontainer zurückgreifen, der die Arbeit immens erleichterte. Die Reinigung des Geschirrs, fast zweitausend Geschirrteile und 100 Thermoporten pro Verpflegungszeit, ist in der Feldküche der größte Arbeitsaufwand. Um nicht Vorort einkaufen zu müssen, wurden schon in Husum 20 Tonnen Lebensmittel auf Lkws und verderbliche Waren in Kühlcontainern verpackt und ins Übungsgelände mitgenommen. Zusätzlich wurden Frischwaren in der Umgebung des Truppenübungsplatzes beschafft. Für das Ende der Übung ließ sich die Küche etwas Besonderes einfallen, ein gemeinsames Abschlussgrillfest am letzten Übungstag.

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Das Fazit der Übung – „Der Kraftakt hat sich gelohnt“

Im Vordergrund steht die LÜR-Gruppe in der Stellung „Standberg“. Im Hintergrund eine  Antennenmastanlage des PATRIOT-Systems
Im Vordergrund steht die LÜR-Gruppe in der Stellung „Standberg“. Im Hintergrund eine Antennenmastanlage des PATRIOT-Systems (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)Größere Abbildung anzeigen

Oberstleutnant Marcus Ellermann, Kommodore des Geschwaders, sah diese „Hohe Geest“ in Zeiten der Umstrukturierung der Bundeswehr als besondere Herausforderung. „Gerade in der Zeit der Reform dürfen wir unseren Hauptauftrag, die Luftverteidigung nicht vergessen und dabei muss das Ziel sein, das gute Leistungsbild jedes einzelnen FlaRak-Soldaten unseres Verbandes weiter zu fördern und zu erhalten. Aus dieser Übung haben wir auch die Erfahrungen der 25er genutzt, so dass diese auch bei der bevorstehenden Umstrukturierung für zukünftige Herausforderungen in der Luftverteidigung erhalten bleiben“, betonte OTL Ellermann am Ende der Übung ausdrücklich. „Die „Hohe Geest“ wird es auch in den nächsten Jahren geben. Wir werden dann Übungen mit den FlaRakGrp 21, 24 und 26 sowie der Flugabwehrgruppe mit dem neuen Waffesystem „MANTIS“ planen. Es wäre fatal, wenn Erfahrungen und Wissen vergangener Übungen nicht genutzt werden, weil diese verloren gegangen sind“, so OTL Ellermann.
Die Übung zeigt den Verantwortlichen des Verbandes auch, dass Fehler entstanden sind, die Anlass zu konstruktiver Kritik gegeben haben. „Aus kleinen Fehlern können wir einen großen Nutzen ziehen. Mit einem besseren Qualitätsmanagement werden wir organisatorische Abläufe für Übungen weiter optimieren können“, erklärte OTL Ellermann und rechnete den Soldaten die gezeigte Leistung bei der „Hohen Geest 2012“ hoch an. Die Motivation war bei allen Soldaten, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, ausgezeichnet. Diese Übung war durch Teamgeist und Kameradschaft geprägt!

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Stand vom: 28.11.17 | Autor: Bernd Berns


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